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Fischkonsum im Urlaub: WWF warnt vor Importware und verstecktem Haifisch-Fleisch
Wien, am 10. August 2026. Fisch und Meeresfrüchte gehören für viele Menschen zum Urlaub am Mittelmeer dazu. Doch Garnelen, Thunfisch oder Jakobsmuscheln stammen auf den Speisekarten häufig nicht aus regionalen Gewässern, sondern werden aus Asien oder Lateinamerika importiert. Neben langen Transportwegen kommen viele dieser Produkte aus nicht nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur, warnt der WWF Österreich. „Für mehr Transparenz auf dem Teller braucht es klar erkennbare Kennzeichnungen zu Fangmethode und Herkunft – sowohl bei Frischware als auch auf Speisekarten. Denn häufig bekommen Konsument:innen diese Informationen nur auf Nachfrage und müssen blind darauf vertrauen, dass die Angaben stimmen“, sagt Axel Hein, Meeresexperte beim WWF Österreich. „Nur wenn Herkunft und Fangmethode auf einen Blick erkennbar sind, können Konsument:innen informierte Entscheidungen treffen”, sagt Hein.
Der WWF ruft daher zu Vorsicht beim Fischkonsum auf und empfiehlt den WWF-Fischratgeber als Orientierungshilfe. Besonders bei Garnelen ist Vorsicht geboten: Der Großteil der in Europa angebotenen Ware stammt aus Asien oder Lateinamerika. Auch Thunfisch wird häufig aus dem Indopazifik importiert und kommt nicht aus dem Mittelmeer. Wolfsbarsch und Goldbrasse stammen im Mittelmeer meist aus Aquakultur und nur selten aus Wildfang. Ganz allgemein gilt bei Fischen aus Zucht: lediglich Produkte mit Bio- oder ASC-Zertifizierung sind empfehlenswert, da konventionelle Zucht oft mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden ist. „Die Überfischung der Meere bedroht ganze Ökosysteme. Deshalb sollte es, wie bei Fleisch auch bei Fisch selbstverständlich sein, auf Herkunft und Fangmethode zu achten: Nur wer sich für regionale Bioware entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Meere“, sagt Hein.
Zurückhaltung empfiehlt der WWF außerdem bei bodenlebenden Arten wie Seeteufel oder vielen Muscheln aus Wildfang. Sie stammen häufig aus der besonders zerstörerischen Grundschleppnetzfischerei, bei der schwere Netze den Meeresboden großflächig aufwühlen und empfindliche Lebensräume zerstören. Eine nachhaltigere Wahl sind hingegen Miesmuscheln und Austern aus Aquakultur: Als Filtrierer benötigen sie kein zusätzliches Futter und zählen damit zu den umweltfreundlichsten Meeresfrüchten.
Haifleisch oft unter irreführenden Bezeichnungen verkauft
Zusätzlich warnt der WWF vor Haifleisch, das in Urlaubsländern häufig unter anderen Namen angeboten wird. So wird es etwa als Schwertfisch oder unter Bezeichnungen wie „Palombo“, „Verdesca“, „Gattuccio“, „Cagneto“, „Galeos“, „Cazón“ oder auch „Schillerlocke“ verkauft. Teilweise wird sogar gezielt mit „Hai-Burger“ oder „Hai-Steak“ geworben. „Viele Hai- und Rochenarten werden nach wie vor unzureichend geschützt und teilweise illegal gefischt. Wer diese Tiere schützen möchte, sollte auf ihren Konsum verzichten und im Zweifel gezielt nachfragen“, sagt Axel Hein. Haie und Rochen übernehmen wichtige Schlüsselfunktionen im Ökosystem und tragen dazu bei, das ökologische Gleichgewicht und die Widerstandsfähigkeit der Meere zu erhalten.
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