14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
Gift–Anschlag auf Hund knapp vereitelt!
Wien, am 30. Januar 2008 – In der Nähe von Gainfarn (NÖ) fiel dieser Tage ein Hund der Weimaraner-Rasse beinahe einem ausgelegten Giftköder zum Opfer. Das Tier konnte gerettet werden, da die Hundebesitzer prompt auf eine Vergiftung durch das Pestizid Carbofuran getippt hatten. „Dieser Fall zeigt, wie wichtig die gemeinsame Aufklärungsarbeit über die illegale Giftpraxis für den Tier- und Artenschutz ist“, so Dr. Bernhard Kohler vom WWF. Im Winter sterben immer wieder Wild- und Haustiere einen qualvollen Gift-Tod. In den meisten Fällen kommt dabei das Carbamat Carbofuran, das von verantwortungslosen Einzelpersonen im Siedlungsbereich oder im Freiland ausgelegt wird, zum Einsatz.
Einen Spaziergang mit Folgen erlebte eine Hundebesitzerin aus Gainfarn in der Niederösterreichischen Gemeinde Bad Vöslau. Sie war mit „Dasco“, einem neunjährigen Weimaraner-Rüden, in der Nähe des Lindenberges unterwegs, als der Hund offenbar von einem unscheinbaren mit Carbofuran präparierten Köder fraß. Auf dem Heimweg war noch nichts von dem Vorfall zu bemerken. Vor der Haustüre zeigte „Dasco“ jedoch Vergiftungserscheinungen und erbrach. Aufgrund der violetten Farbe des Erbrochenen vermutete die Dame eine Vergiftung durch Carbofuran. Nach der Gabe des Gegengifts Atropinsulfat durch den Tierarzt bestätigte sich dieser Verdacht aufgrund der Tatsache, dass sich das Tier daraufhin rasch erholte. Die Hundebesitzerin erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei in Baden. Diese informierte den Jagdleiter des Gemeindejagdgebiets, der gemeinsam mit den Hundebesitzern eine genaue toxikologische Untersuchung des Erbrochenen veranlasste.
„Wir lehnen die Verwendung von Giftködern strikt ab und werden die polizeilichen Ermittlungen aufmerksam verfolgen“, unterstreicht Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. „Hier liegt ein strafrechtlich-relevantes, gemeingefährliches Verhalten vor, das von der Jägerschaft auf keinen Fall toleriert werden kann!“
In den letzten Jahren wurden auch etliche stark gefährdete Greifvögel – darunter mindestens acht Seeadler und zwei Kaiseradler – „unbeabsichtigt“ Opfer illegaler Giftanschläge, die unverantwortliche Einzelpersonen zur Tötung von Füchsen, Mardern, Hunden, Katzen oder Krähen verüben. Die ausgelegten Carbofuran-Köder stellen für die seltenen Greifvögel den Hauptfaktor ihrer Bedrohung dar.
Seit sich der WWF und der Niederösterreichische Landesjagdverband 1999 in der gemeinsamen Initiative „Vorsicht Gift“ massiv gegen das Auslegen von Giftködern einsetzen, konnten die nachgewiesenen Giftfälle um 50 Prozent gesenkt werden. Dennoch darf der Kampf gegen die Giftlegerei, die gegen sämtliche Jagd- Naturschutz- und Tierschutzgesetze verstößt, nicht nachlassen, so die Projektpartner unisono.
Giftfälle oder Verdachtsmomente können bei der WWF-Gifthotline unter Tel. 0676/ 444 66 12, dem NÖ Landesjagdverband unter Tel. 0664/ 925 50 70 bzw. bei der Polizei unter 059/ 133 (Österreich weit) gemeldet werden. Die Projektpartner warnen davor, Köder oder Giftopfer zu berühren!
Weitere Informationen und Foto:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250
NÖ Landesjagdverband, Tel. 01 / 405 16 36 – 23 oder 0664/925 50 70
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