Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF fordern klimafreundliche Steuerreformkommission
Wien – Die Umweltorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF fordern die Nachbesetzung der Steuerreformkommission mit einem Ökosteuerexperten. „Die unausgewogene Zusammensetzung der Steuerreformkommission lässt das Schlimmste für den Klimaschutz befürchten“, kritisiert Greenpeace-Sprecher Bernhard Obermayr.
„Es stellt sich die Frage, was die jährliche Abhaltung eines Klimagipfels bewirken soll, wenn im Rahmen der Steuerreform – als größte Möglichkeit für die CO2-Reduktion in Österreich – dem Klimaschutz nicht der notwendige Stellenwert verliehen wird“, so WWF-Klimasprecherin Kathrin Hebel. „Es kann nicht sein, dass die CO2-intensive Industrie einen eigenen Vertreter in der Steuerreformkommission hat und der Klimaschutz nicht vertreten ist“, kritisiert GLOBAL 2000 Klimasprecherin Silva Hermann.
Beim derzeitigen Kurs in der heimischen Klimapolitik wäre Österreich für die nächsten Jahrzehnte gezwungen, mehrere Milliarden Euro für den Ankauf von CO2-Verschmutzungsrechten aus dem Ausland zu verwenden. Dieser klimapolitische Ablasshandel führt aber zu einem Export von Arbeitsplätzen und belastet über die Budgetfinanzierung die mittleren und niedrigen Einkommen, die verhältnismäßig am meisten Steuern zahlen.
GLOBAL 2000, Greenpeace und der WWF fordern deshalb eine massive Umgestaltung des Steuersystems zur Absenkung der Treibhausgase im Inland. Der mit Abstand größte Teil der notwendigen Absenkung der Treibhausgase, allen voran von CO2, wird nach Ansicht der Umweltorganisationen mit einer Besteuerung von Treibhausgasen erreicht. Die so lukrierten Einnahmen sollten zu einem großen Teil für Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden, wie der Förderung von Fahrscheinen, CO2-armen Autos und der Gebäudesanierung. Der Rest sollte in die Reduktion der Besteuerung von Arbeit und zur Entlastung besonders betroffener Einkommensschichten fließen.
Die drei Klimaschutzorganisationen verweisen darauf, dass bereits im Jahr 1998 unter Finanzminister Rudolf Edlinger zwei Versionen einer Ökologischen Steuerreform im Umfang im Umfang von circa einer beziehungsweise vier Milliarden Euro diskutiert worden sind. Beide Vorschläge wurden aber von der damaligen großen Koalition politisch begraben. Die heutigen Folgen davon sind, dass Österreich sein Kyoto-Ziel bei weitem verfehlt und CO2-Verschmutzungsrechte in Milliardenhöhe aus Steuermitteln ankaufen muss. Etliche Klimakatastrophen und zwei alarmierende UN-Klimaberichte später tut Österreichs Bundesregierung so als hätte eine Steuerreform mit Klimaschutz nichts zu tun und meint mit dem Klimafonds und der Biotreibstoffbeimischung im Wesentlichen das Auslangen zu finden.
Die Treibhausgasbilanz Österreichs gibt eine eindeutig Antwort darauf. Österreich emittiert über neunzig Millionen Tonnen CO2 und sollte gemäß Kyoto-Protokoll in den Jahren 2008-2012 nur 68 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. „Wenn bei der aktuellen Steuerreform erneut der gleiche Fehler wie 1998 begangen wird, wird Österreich auch alle zukünftigen Klimaschutzziele bis 2020 deutlich verfehlen“, so die Befürchtung der Umweltschützer.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen
Ein Drittel des Tiroler Wolfsbestandes abgeschossen: WWF kritisiert Management des Landes scharf
2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“
Fischkonsum im Urlaub: WWF warnt vor Importware und verstecktem Haifisch-Fleisch
Fischgerichte auf Touristenmenüs und Märkten häufig aus Asien und Lateinamerika importiert oder unter irreführenden Namen angeboten – WWF fordert mehr Transparenz und ruft zur Vorsicht beim Fischkonsum auf
Klimakrise offenbart Grenzen der Wasserkraft: WWF fordert vielfältigen Energiemix statt weiterer Flussverbauung
Trockenheit bremst Stromproduktion – Energieversorgung muss klimafit und naturverträglich werden – WWF fordert Energiesparen und Vielfalt beim Ausbau Erneuerbarer Energien
WWF fordert Schutzpaket für heimische Flüsse: Flusspegel auf bisher tiefstem Stand
Juli-Abflüsse an 90 Prozent der Pegel-Messstellen sehr niedrig – Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich besonders betroffen – WWF fordert mehr Gewässerschutz und Renaturierung
Toni Innauer wirbt für den Lech als „Fluss des Jahres“
Tiroler Wildfluss steht beim österreichweiten WWF-Voting zur Wahl – Olympiasieger mobilisiert für den Schutz der letzten naturnahen Flusslandschaften
Klimakrise als Brandbeschleuniger: WWF fordert mehr Tempo bei Waldumbau
Klimakrise erhöht Waldbrandgefahr in Österreich dramatisch – Monokulturen besonders anfällig – WWF fordert Stärkung der Wasserspeicher-Funktion naturnaher Wälder durch “Schwammwald-Offensive”
Good News: Nashorn-Wilderei in Namibia geht zurück
In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.













