Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
Großer Elefantenzensus in Afrika: Zahl der Savannenelefanten bricht um 30 Prozent ein
Presseaussendung WWF
Wien, 01.09.2016: Die Zahl der afrikanischen Savannenelefanten ist in den letzten Jahren um fast ein Drittel zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer großen Elefantenzählung (Great Elephant Census, GEC), die in 18 afrikanischen Ländern durchgeführt wurde. Danach nahmen die Populationen der Dickhäuter zwischen 2007 und 2014 von knapp einer halben Million auf rund 350.000 Tiere ab. „Der Zensus zeigt uns schwarz auf weiß, wie dramatisch es um Afrikas Elefanten bestellt ist. Um jährlich acht Prozent gehen die Bestände derzeit zurück, aus vielen Regionen könnten Elefanten in naher Zukunft verschwunden sein“, warnt Georg Scattolin, Leiter des Internationalen Programmes des WWF Österreich.
Hauptbedrohung der Elefanten ist die Wilderei, die von international agierenden Banden organisiert wird. In Asien gelten Schmuck und Schnitzereien aus Elfenbein als Statussymbol, für die auf dem Schwarzmarkt hohe Preise gezahlt werden. Nach Ansicht des WWF sind zahlreiche Maßnahmen nötig, um die Wilderei wirksam zu bekämpfen: „Wir brauchen eine wirksame Strafverfolgung, die potentielle Täter abschreckt. Dazu gehört auch eine funktionierende Überwachung, insbesondere in den Schutzgebieten“, fordert Scattolin. Beides ist laut WWF in vielen afrikanischen Ländern nicht gegeben. Über 80 Prozent der Elefanten lebt in Schutzgebieten, ein tatsächlicher Schutz erfolgte daraus jedoch nicht. Ebenfalls notwendig sei eine bessere Kontrolle der Schmuggelrouten sowie die Aufklärung der KonsumentInnen in Asien. Viele KäuferInnen wüssten nicht einmal, dass ihr Verhalten die Dickhäuter bedrohe.
Beispielhaft für die dramatische Entwicklung der afrikanischen Elefanten steht laut WWF das Weltnaturerbe Selous in Tansania. In weniger als 40 Jahren ist die Population der Region um 90 Prozent gesunken. Konnte man im Reservat in den 1970er Jahren rund 110.000 Tiere zählen, so sind derzeit nur noch 15.000 Elefanten dort zuhause. Bis 2022 könnten die Dickhäuter aus dem Gebiet verschwunden sein. Die UmweltschützerInnen kritisieren auch, dass Pläne für Bergbauaktivitäten, zur Öl- und Gasförderung sowie ein Großstaudamm die Zukunft des Schutzgebietes gefährden. Die Erschließung erleichtere auch Wilderern den Zugang zu den Elefanten. Auch wegen einer sich im Bau befindlichen Uranmine setzte die UNESCO den Selous im Jahr 2014 auf die Liste der gefährdeten Welterbestätten.
Rückfragehinweis:
Theresa Gral, WWF Pressesprecherin, Tel.: +43 (0)1 488 17-216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit













