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Herr der Ringe: WWF-Mitarbeiter im Horst bei jungen Seeadlern
Wien/March-Thaya-Auen, 9. Mai 2013 – Gestern stattete WWF-Mitarbeiter Oliver Bronkalla in den March-Thaya-Auen zwei junge Seeadler mit Kennringen an den Fängen aus. Dafür kletterte er, an einem Seil gesichert, in die Baumkrone einer 25 Meter hohen Schwarzpappel und stieg zu den hühnergroßen, etwa sechs Wochen alten Küken in den Horst. „Die Beringung ist nur kurz vor dem Flügge werden der Jungvögel risikofrei möglich, da die Eltern in der Phase davor sehr empfindlich auf Störungen reagieren“, erklärt Flora Hejjas, Leiterin des WWF Seeadler Schutzprogrammes. Etwa Mitte Juni werden die Jungvögel ausfliegen.
Interview mit WWF-Expertin Flora Hejjas:
Mit Hilfe der Ringe können die Naturschützer nun besser verfolgen, wo die Adler umherstreifen, ihre Überwinterungsplätze lokalisieren und feststellen, wo sie brüten. Diese Erkenntnisse helfen dabei, mehr über das Schicksal jedes einzelnen Tieres herauszufinden und passende Schutzmaßnahmen für die streng geschützten Seeadler zu ergreifen. Bei dem sensiblen Bestand von 14 Brutpaaren Österreich weit ist das Überleben jedes einzelnen Individuums wichtig, damit die Art erhalten werden kann. Die wichtigsten Lebensräume für den Seeadler in Österreich sind die March-Thaya Auen wo drei Paare nisten, sowie die Donau-Auen mit vier Brutpaaren.
Die Beringung der Jungadler im Horst sowie das genetische Monitoring sind wichtige Teile des WWF Seeadler Schutzprogrammes im Rahmen von vielfaltleben, der Artenschutzkampagne des Lebensministeriums. "Wir müssen mit großem Einsatz die biologische Vielfalt der March-Thaya-Auen, unserer Grünen Lunge östlich von Wien, erhalten. Das Schutzprogramm für die Seeadler ist da ein zentraler Baustein", erklärt Umweltminister Nikolaus Berlakovich.
Bei der Kennzeichnung erhalten die Adler im Horst jeweils zwei Ringe an den Fängen. Ein schwarz-grüner Ring mit weißem Nummerncode kennzeichnet die Angehörigkeit zur Pannonischen Population (Österreich, Slowakei, Ungarn und Kroatien). Der zweite, silbergraue Ring mit schwarzen Ziffern dient der individuellen Bestimmung von Alter und Geburtsort. Die Ringe lassen sich auch aus großer Entfernung mit einem leistungsstarken Fernrohr ablesen, sodass die scheuen Vögel wiederholt und ohne Störung kontrolliert werden können.
Der Seeadler ist Österreichs Wappenvogel und war hierzulande mehr als 50 Jahre lang ausgestorben. Erst im Jahr 2001 glückte die erste erfolgreiche Brut in den Marchauen. Seither zeigt die Bestandskurve beim Seeadler kontinuierlich nach oben. Dennoch gibt es immer wieder Rückschläge, vor allem durch rücksichtslose Personen, die illegal Gift gegen Wildtiere auslegen, an dem auch immer wieder Seeadler qualvoll verenden.
Informationen zur Artenschutz-Kampagne vielfaltleben auf www.vielfaltleben.at
Interview mit Seeadler-Experte Remo Probst:
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel.: +43 676 83 488 203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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