Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
Der Tiroler Inn ist nicht nur ein wunderschöner Ort für einen Spaziergang. Auch seltene Vögel schätzen die Kiesbänke des Flusses als Brutplatz. Das gilt auch etwa für die Schotterbänke im Nationalpark Donauauen. Flussuferläufer (im Bild) und Flussregenpfeifer lassen sich zum Brüten auf den Kiesbänken nieder, wo sie ihre Eier direkt zwischen die Steine legen.
Doch naturnahe Flüsse mitsamt Schotterbänken sind in Österreich stark verbaut worden, weshalb die Brutplätze fehlen. Die beiden Vogelarten sind dadurch in Bedrängnis geraten: Der Flussregenpfeifer ist gefährdet, der Flussuferläufer sogar stark gefährdet.
Und auch an den verbleibenden Brutplätzen am Inn gibt es leider Gefahren für die brütenden Vögel und ihren Nachwuchs. So ist etwa vielen Hundehalter:innen nicht bewusst, dass freilaufende Hunde die Brut stören können. Die Hunde werden von den Vögeln als Beutegreifer erkannt. Selbst wenn ein Hund die Vögel nicht direkt jagt, kann das die Vögel bereits so stark stressen, dass die Brut verloren geht. Doch die guten Nachrichten: Ein angeleinter Hund stört die Vögel weit weniger. Mit ausreichend Abstand und rücksichtsvollem Verhalten kann man die Natur am Inn genießen, ohne die Vögel zu stören.
WWF Österreich, BirdLife und das Land Tirol setzen sich für Rücksichtnahme entlang des Inns ein. Damit Hundebesitzer:innen und Spaziergänger:innen informiert werden, gibt es nun Schilder mit Warnhinweisen. Dort, wo Flussuferläufer oder Flussregenpfeifer brüten, werden im Rahmen des grenzübergreifenden Projekts INNsieme connect Hinweistafeln aufgestellt. Auf den Schildern wird darauf hingewiesen, dass die Kiesbänke und Inseln während der Brutzeit bis Ende Juli nicht betreten werden dürfen. Das gilt für Menschen, aber auch für Hunde, die von ihren Besitzer:innen in den sensiblen Naturräumen von der Leine gelassen werden. Denn jedes einzelne Brutpaar ist für das Überleben der seltenen Vogelarten von essenzieller Bedeutung.
Bereits seit mehreren Jahren führt BirdLife Erhebungen zu Flussuferläufern am Inn durch. Positiv ist, dass sich die Bestände in den letzten Jahren erholt haben und auch die Zahl der Reviere zugenommen hat. Seit 2024 wird auch in Pfunds und Fließ wieder gebrütet. Acht der zwölf besiedelten Flussabschnitte liegen in renaturierten Gebieten – ein deutlicher Beweis, dass die Maßnahmen wirken. Dennoch stagniert der Anteil der Reviere mit Jungvögeln seit 2020 bei rund 40%. An manchen Renaturierungsabschnitten konnten noch kaum Erfolge beim Brüten verzeichnet werden, da es besonders oft zu Störungen kommt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Menschen Rücksicht auf die seltenen Vögel nehmen.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern
WWF kritisiert lückenhaftes Umweltbudget
Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize













