Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Im Auftrag Ihrer Majestät
Wien/London, 10. Februar 2014 – Auf Einladung von Premierminister David Cameron und dem britischen Königshaus mit den Prinzen Charles und William trifft sich diese Woche die internationale Staatengemeinschaft zum Thema illegaler Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in London. Für den zweitägigen Gipfel erwartet der WWF, dass sich die Teilnehmer für eine bessere Strafverfolgung sowie Maßnahmen zur Minderung der illegalen Nachfrage einsetzen, um den illegalen Handel mit Tigern, Elefanten, Nashörnern und anderen bedrohten Wildtieren deutlich zu reduzieren.
„Wir sind im Würgegriff einer internationalen Wildtiermafia. Die Wilderei ist längst kein Naturschutzproblem mehr. In London können die Staaten als gemeinsame Front die Reihen gegen die Wildtiermafia schließen“, so Georg Scattolin, Leiter des internationalen Artenschutzprogramms beim WWF Österreich.
Die aktuelle Wildereikrise hat sich zur ernsthaften Bedrohungen für einige der charismatischsten Tierarten der Welt entwickelt: In Südafrika, wo über 80 Prozent der afrikanischen Nashörner zu Hause sind, wurden 2013 mehr als tausend Tiere gewildert. Im Jahr 2007 waren es gerade einmal 13 Tiere. In freier Wildbahn leben heute nur noch etwa 3.200 Tiger und über 22.000 Elefanten wurden im Jahr 2012 illegal in Afrika getötet.
In London müsse laut WWF nun vor allem die Verbesserung des Vollzugs bestehender Gesetze und konkrete Maßnahmen in Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern thematisiert werden. Der illegale Artenhandel werde noch zu häufig als Kavaliersdelikt geahndet. Dementsprechend würden die Täter kaum verfolgt und könnten für den Falle einer Verurteilung mit milden Strafen rechnen. Außerdem müssten Strategien entwickelt werden, um die Nachfrage nach illegalen Tierprodukten massiv zu reduzieren sowie Konzepte für alternative Einkommensquellen in ländlichen Regionen Afrikas und Asiens unterstützt werden.
Ende Januar nahm sich der UN-Sicherheitsrat des Themas an, indem er in einen Sanktionstext explizit den illegalen Elfebenbeinhandel aufnahm. Vergangene Woche zerstörte Frankreich publikumswirksam drei Tonnen konfisziertes Elfenbein vor dem Eiffelturm. Mitte Januar beschloss das EU Parlament einen Aktionsplan gegen Wilderei und Schmuggel zu entwickeln.
Der WWF fordert, dass die Bemühungen im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel nun weiter an Fahrt aufnehmen müssen. „Wir brauchen engagierte Mitstreiter sowie finanzielle und technische Unterstützung, um zahlreiche konkrete Maßnahmen gegen Wilderei und den illegalen Wildtierhandel umzusetzen. Wilderei ist ein globales Problem, aber seine Wurzeln müssen wir überall bekämpfen. Auch in Europa tauchen im Handel immer wieder Elfenbein, Nashornprodukte und andere illegale Arten wie bedrohte Vögel oder Reptilien auf“, so Scattolin.
Die Londoner Konferenz findet am 12. und 13. Februar im Lancaster House auf Einladung des britischen Premierministers David Cameron, Außenministers William Hague und des Umweltministers Owen Paterson statt. Auch Prinz Charles als Präsident des WWF Großbritannien und Prinz William werden zu der Veranstaltung erwartet.
Zahlen, Daten, Fakten zum illegalen Wildtierhandel in der EU unter: http://www.wwf.eu/media_centre/publications/?214033
Fotos:
- The Wildlife Trade Story: https://photos.panda.org/gpn/external?albumId=4505
- Tiger: https://photos.panda.org/gpn/external?albumId=4495
- Nashörner: https://photos.panda.org/gpn/external?albumId=4496
- Elefanten: https://photos.panda.org/gpn/external?albumId=4497
Footage:
- http://gvn.panda.org/?c=2659&k=6379c3c28d
- YouTube playlist unter: http://www.youtube.com/playlist?list=PL8AE43CD4CE0D8B25
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: +43-1-48817-215, Mobil: +43-676-83488215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
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