WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Jährlich landen 73 Millionen Haie in der Suppenschüssel
Wien, 28. Januar 2011 – Zehn Jahre, nachdem sich die Mitgliedsstaaten der UN-Welternährungsorganisation auf einen internationalen Plan zum Schutz der Hai-Arten verständigt haben, ziehen die Umweltschutzorganisationen WWF und TRAFFIC eine erschreckende Bilanz. Schätzungsweise rund 73 Millionen Exemplare landen nach einem neuen Bericht zur Zukunft der Haie jedes Jahr in Fischernetzen. Ihre charakteristischen Rückenflossen gelten vor allem in Südostasien als Spezialität. “Trotz der gefassten Beschlüsse aus dem Jahr 2001 haben nur 13 der 20 bedeutendsten Haifang-Nationen einen nationalen Schutzplan verabschiedet. Es ist in den vergangenen zehn Jahren viel zu wenig geschehen”, kritisiert WWF-Meresexperte Georg Scattolin. Die internationale Staatengemeinschaft muss sich stärker für den Schutz der Haie einsetzen, da sie für das empfindliche marine Ökosystem von entscheidender Bedeutung sind. Auch in Österreich steht Haifisch auf dem Speiseplan. Der in der Nordsee heimische und laut Roter Liste gefährdete Dornhai wird hierzulande unter den beschönigenden Namen “Schillerlocke” oder “Seeaal” angeboten.

Rund 30 Prozent der weltweiten Hai-Arten sind weiterhin stark bedroht oder kurz davor dies zu werden, warnt der WWF in seiner aktuellen Stellungnahme. Trotz dieser alarmierenden Zahlen lässt sich im internationalen Handel keine oder nur eine geringe Verbesserung erkennen. Gerade die steigende Nachfrage aus Südostasien heizt den Markt weiter an. “Der WWF hat die offiziellen UN-Zahlen analysiert. Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass gerade einmal 20 Nationen für 80 Prozent der weltweiten Fangmengen verantwortlich sind. Das sind unglaubliche 640.000 Tonnen Haifisch pro Jahr”, erklärt Scattolin. Die weltweit größten Märkte für Haifischflossen und -fleisch sind neben Indonesien, Taiwan, Indien oder Japan, auch westliche und lateinamerikanische Länder wie Spanien, die USA und Argentinien. “Zu den 73 Millionen Haien, die gezielt gefangen und angelandet werden, kommen jährlich noch einmal rund 13 Millionen Haie, die als ungewollter und vermeidbarer Beifang verenden”, kritisiert Engel.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF
Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at,
Mag. Georg Scattolin, WWF Meeresexperte
Tel. 0676-83488-265, Email: georg.scattolin@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz













