In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Jetzt ist es traurige Gewissheit: Luchs Alus wurde erschossen
Wien, am 8. November 2017 – Jener Luchs, der im September ohne Kopf und ohne Pfoten im Saalachsee bei Bad Reichenhall in Bayern nahe der Österreichischen Grenze gefunden wurde, wurde nachweislich illegal erschossen. Das haben erste Obduktionsergebnisse ergeben. „Bei den forensischen Untersuchungen konnten nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern im Körper des Tieres eindeutig Geschosspartikel nachgewiesen werden“, so Arno Aschauer, Teamleiter Artenschutz beim WWF Österreich. Die Ermittlungen sind bis dato jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Polizeibehörden arbeiten weiterhin eng und mit Nachdruck an dem Fall.
„Der Luchs ist bei uns immer noch hochgradig gefährdet. Jedes einzelne Tier zählt.“, unterstreicht Aschauer. Wertvolle Hinweise, die zur Verurteilung des mutmaßlichen Straftäters führen, werden weiterhin mit bis zu 15.000 Euro belohnt. Entsprechende Anrufe nimmt das LKA Salzburg unter der Telefonnummer 059 133 50 3333 entgegen.
In den vergangenen Jahren wurden allein in Deutschland mindestens 25 Wölfe, 7 Luchse und bis zu 12.000 Greifvogel vergiftet, erschossen oder in illegalen Fallen gefangen – mit weit höherer Dunkelziffer. Auch in Österreich stellen Wilderei und Vergiftung die Haupttodesursache für geschützte Arten wie den Luchs, den Kaiseradler und den Seeadler, Österreichs Wappentier, dar.
„Dass in Österreich und Deutschland, die zu den reichsten Ländern der EU gehören, mit trauriger Regelmäßigkeit streng geschützte Tierarten illegal verfolgt und getötet werden, ist wohl den Wenigsten bewusst. Derartige Machenschaften stellen kein Kavaliersdelikt sondern kriminelle Straftatbestände dar“, so Aschauer. Bei der Strafverfolgung und Prävention solcher Delikte gibt es ebenfalls Verbesserungsbedarf, so der Artenschutzexperte weiter und hofft, „dass die Politik und die zuständigen Behörden das Thema in Zukunft mit noch mehr Konsequenz behandeln."
Der Luchsmännchen Alus hatte sich bis zu seinem gewaltsamen Tod im Salzburger Pinzgau aufgehalten. Dort konnte es durch eine Wildkamera regelmäßig bis Mitte Mai 2017 nachgewiesen werden. Bereits im September haben die deutsche Gregor Louisoder Umweltstiftung und der WWF in Deutschland und Österreich eine Belohnung von 15.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zum Täter führen.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus













