Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Kampfansage aus London gegen den illegalen Wildtierhandel
London, 13. Februar 2014 – Der Versuch Elefanten, Nashörner, Tiger und andere bedrohte Wildtierarten besser vor Wilderei zu schützen, hat heute hochrangige Unterstützung erfahren. Auf der Londoner Konferenz zu illegalem Artenhandel und Wilderei, an der 40 Staaten sowie das britische Königshaus mit Prinz Charles und Prinz William teilnahmen, wurde ein Meilenstein für den internationalen Schutz bedrohter Arten gelegt. „Der heutige Tag ist ein Durchbruch im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Die Weltgemeinschaft will entschieden gegen Wilderei und illegalen Artenhandel vorgehen. Selten haben wir eine solche Entschlossenheit und Einigkeit gesehen. Damit drehen wir den Spieß um – von nun an wird es sehr ungemütlich für die Wildtiermafia da draußen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.
Die Konferenz brachte Vertreter aller Kontinente an einen Tisch – aus den Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern von illegalen Wildtierprodukten. Als besonders wichtiges Zeichen wertet Homes, das in London Abnehmerländer wie China und Vietnam mit dabei waren. „Wir sehen derzeit eine blutige Spur, die von Afrikas Wäldern und Savannen direkt nach Ost- und Südostasien führt. Doch nun formieren sich starke Kräfte gegen die Wildtiermafia“, so der WWF-Experte. Denn Maßnahmen zum Schutz der Tiere in den Herkunftsländern sind in der Vergangenheit oft verpufft. Wichtig sei es, die Ermittlungen entlang der Transitrouten zu verstärken und den Konsumenten zu verdeutlichen, dass hinter jedem Stück Elfenbein oder Nashorn ein totes Tier stehe.
In ihrer Abschlussdeklaration sprechen sich die Staaten dafür aus, die Öffentlichkeit gezielter zu informieren und einzubinden, um die Nachfrage nach Elfenbein, Tigerteilen und Nashorn zurück zu drängen. Auch soll die internationale Zusammenarbeit und der Informationsaustausch deutlich ausgebaut, die Strafermittler und Wildhüter besser ausgestattet und geschult werden. Im Bereich der Strafgesetzgebung sollen Strafen erhöht und stringenter angewendet werden. Auch soll entschieden gegen Bestechung und Korruption vorgegangen werden. Zugleich müssen Konzepte für alternative Einkommensquellen in ländlichen Regionen Afrikas und Asiens entwickelt werden, damit den lokalen Bevölkerungen Alternativen zur Wilderei und dem Wildtierschmuggel zur Verfügung stehen.
Viele Staaten Afrikas erleben derzeit eine nie gekannte Welle der Wilderei auf ihre Elefanten- und Nashornbestände, für deren Stoßzähne und Hörner eine wachsende Mittelschicht aus Ländern wie China, Vietnam und Thailand bereit ist, stets mehr zu bezahlen. Mehr als 60 Prozent der in Zentralafrika lebenden Waldelefanten wurden in den letzten zehn Jahren abgeschlachtet. In ganz Afrika wurden allein in 2012 rund 22.000 Dickhäuter getötet. In Südafrika starben im vergangenen Jahr über 1.000 Nashörner durch Wilderei. Damit könnten jährlich bald mehr Nashörner getötet als geboren werden, befürchtet der WWF.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 Email: franko.petri@wwf.at
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