Tiere wie die grüne Meeresschildkröte, die Schneeeule und der Große Hammerhai werden zukünftig besser geschützt. Die Entscheidung fiel auf der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten.
Luchse in der Winterzeit: Feuertaufe für die Jungtiere
Neues Forschungsprojekt bringt Aufschluss über Verhalten und Wanderungen
Wien, am 26. November 2013 – Die Tage werden zunehmend kürzer, die Nächte länger und kälter. Für viele Wildtiere beginnt nun die härteste Zeit des Jahres. Auch die heimischen Luchse gehen bei Schnee und Eis auf Nahrungssuche. Besonders die Jungluchse tun sich bei der erfolgreichen Jagd – etwa auf flinke Rehe – noch schwer. Nur eines von vier Jungen überlebt seinen ersten Winter und die eigenständige Reviersuche danach. Ein neues Forschungsprojekt von Luchsexperten der Italienischen Bundesforste und der Universität Padua in Zusammenarbeit mit dem WWF, widmet sich den faszinierenden Pinselohren im Dreiländereck Österreich (Kärnten), Slowenien und Italien. Dort können derzeit zwei bis drei Luchse nachgewiesen werden. „Wir untersuchen beispielsweise, ob diese Luchse weit genug wandern können, um sich mit den anderen beiden Vorkommen in Österreich zu vernetzen“, erklärt WWF-Luchsexpertin Christina Reisenbichler.
Neben den Luchsen im Dreiländereck, leben derzeit fünf bis zehn erwachsene Luchse im Mühl- und Waldviertel. Im Oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen konnten zuletzt acht Individuen – zwei erwachsene und sechs Jungluchse –, beobachtet werden. Damit sich die voneinander weit getrennt lebenden Tiere vernetzen und untereinander vermehren können, müssen unter anderem Wildtierkorridore geschaffen werden. Nur wenn sie eine genügend große Anzahl an Nachkommen hervorbringen, sind die Luchse in Österreich langfristig überlebensfähig. Statistisch gesehen erreicht nur einer von vier Jungluchsen das Erwachsenenalter.
Der Winter ist für die Beobachtung von Luchshinweisen besonders gut geeignet, da sich die Pfotenspuren deutlich im Schnee abzeichnen. Anhand der Spuren lassen sich die Routen leichter nachverfolgen. An Stellen, an denen offenkundig vermehrt Luchse durchkommen, installieren die Wildtier-Experten Fotofallen. Das Fleckenmuster der Luchse ist individuell wie ein Fingerabdruck. Deshalb können einzelne Tiere anhand ihres Musters erkannt und dadurch ihre Anzahl und Wanderungen nachvollzogen werden. „Zusätzliche Informationen bekommen wir durch die Telemetriesender, mit denen die Luchse versehen werden sollen“, so Reisenbichler. Neben den Kamerafallen und der Telemetrie, liefern auch klassische Sichtungshinweise und Rissbegutachtungen wertvolle Hinwiese.
Die bislang rasche Vermehrung der Luchse in den Oberösterreichischen Kalkalpen seit den Auswildungen von 2011 und 2012 zeigt, dass die Alpen mit ihrem reichen Nahrungsangebot als Lebensraum offensichtlich bestens geeignet sind. „Die Luchse sind Botschafter unserer Alpen. Neben Lebensraum und Nahrung brauchen sie vor allem unsere Akzeptanz. Wenn wir Menschen Wildtiere respektieren, finden große Beutegreifer wie der Luchs auch in unserer Kulturlandschaft ihren Platz“, wirbt Reisenbichler um Engagement für die charismatische Katzenart.
Neben vielen positiven Nachrichten zum Luchs, gab es heuer auch Verluste zu beklagen: Im August fand die niederösterreichische Polizei zwei Luchse – dem Anschein nach ein Katze und ihr Junges – in einem Plastiksack in der Ysper versenkt. Trotz einer Belohnung von 5.000 Euro, konnte der Täter bis heute nicht ausgeforscht werden.
Video zum WWF-Luchsprojekt im Dreiländereck
Rückfragehinweis: Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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