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Mittelmeer: Öl-Leck im Wal-Schutzgebiet
Bei Korsika ist nach einem Zusammenstoß zweier Frachtschiffe Schiffstreibstoff ins Mittelmeer ausgelaufen. Es hat sich ein 20 Kilometer langer Ölteppich von 300 – 400 Metern Breite gebildet. Die Schiffskollision ereignete sich mitten in einem internationalen Meeresschutzgebiet für Wale und Delfine, warnt Axel Hein, Meeresbiologe des WWF Österreich. Acht Wal- und Delphinarten kommen im Pelagos-Schutzgebiet vor, darunter Finnwale, Pottwale, Cuvier-Schnabelwale, Langflossen-Grindwale und mehrere Delfinarten.
"Mit dem Unfall haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet: Im einzigen Walschutzgebiets des Mittelmeers besteht Schutz nur auf dem Papier. Obwohl Wale und Delfine in diesem artenreichen Teil des Mittelmeeres eigentlich einen Rückzugsort finden sollen, gleicht es einer Autobahn für Schiffe. Ein Drittel des gesamten Schiffsverkehrs im Mittelmeer passiert das Walschutzgebiet. Der hochintensive Schiffsverkehr durch Frachter und Fährlinien ist eine ständige Bedrohung für Meeressäuger. Jedes Jahr sterben hier größere Wale nach Kollisionen mit Schiffen. Jetzt hat sich trotz bester Sicht ein Zusammenstoß zweier Schiffe ereignet. Die Behörden müssen alles daran setzen das Öl einzudämmen und abzupumpen. Der ausgetretene Treibstoff kann der empfindlichen Haut der Wale schaden, wenn sie inmitten des Öls auftauchen müssen. Mit Plankton, das direkt im verschmutzen Wasser treibt, wird auch die Hauptnahrungsquelle für Bartenwale wie Finnwale belastet. Vor allem müssen die Behörden endlich dafür sorgen, dass das Schutzgebiet fast 20 Jahre nach Gründung seinen Zweck erfüllt und Wale vor Gefahren des Schiffsverkehrs, Verschmutzung und Lärm schützt. Dafür muss ein Anti-Kollisionssystem für alle Schiffe eingeführt werden. Schutzgebiete sollen ein Zufluchtsort für Nahrungsaufnahme, Rast und Fortpflanzung sein. Wenn der menschliche Druck im Schutzgebiet genauso hoch ist wie außerhalb, können Wale nirgends ausweichen."
Hintergrund Pelagos-Meeresschutzgebiet:
Es ist mit seinen 87.500 km2 das größte Meeresschutzgebiet im Mittelmeer. Die Region ist sehr artenreich: 4 – 18 % aller marinen Arten weltweit kommen in diesem Meeresgebiet vor. Pro Jahr werden allein 200 000 Bewegungen von Handelsschiffen im Schutzgebiet verzeichnet, hinzu kommen viele Fähren und Jachten.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
+43 676 83 488 276
florian.kozak@wwf.at
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