Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Motorsägen im Einsatz für die Natur: Waldpflege in der Kranebitter Innau
Presseaussendung
Innsbruck, 11. November 2016 – Das Forstamt der Stadt Innsbruck, die Österreichischen Bundesforste und der WWF führen in den nächsten Tagen im westlichen Teil der Kranebitter Innau Pflegemaßnahmen durch. Au-untypische Baumarten wie die Fichte werden entfernt und im Frühjahr durch Setzlinge geeigneter Weiden- und Pappelarten ersetzt. Manche Bäume müssen auch aus Sicherheitsgründen von den Wanderwegen entfernt werden. Einige der neu entstandenen Lichtungen sollen danach bewusst der Natur überlassen werden, um die Artenvielfalt zu fördern. Auch die Österreichischen Bundesforste freuen sich, mit diesen Waldpflegemaßnahmen dazu beizutragen, dass wieder mehr wertvolle Tier- und Pflanzenarten in den Auwald zurückkehren können.
Aufgrund der Eintiefung des Inns und flussbaulicher Maßnahmen im Uferbereich, hat sich die Pflanzenwelt in der Kranebitter Innau in den letzten Jahrzehnten verändert. Baumarten wie die Fichte, die nicht für Auwälder charakteristisch sind, breiteten sich dadurch stärker aus und verdrängten die ursprünglichen Baumarten. In Folge gingen die natürliche Zusammensetzung des Waldes und wichtige Lebensräume verloren. So brauchen spezialisierte Arten wie der Schillerfalter oder der Große und Kleine Eisvogel, sehr attraktive Schmetterlinge, deren Raupen heuer wieder entdeckt wurden, breitblättrige Weidenarten, verschiedene Pappelarten und die Heckenkirsche als Futterpflanzen. „Durch solche Pflegemaßnahmen führen wir die Biotope Schritt für Schritt wieder in einen naturnäheren Zustand zurück“, erläutert Anton Vorauer vom WWF Alpenflüsseprogramm. Die Maßnahmen sind ein Teil von weiteren Verbesserungsvorhaben am Inn und seinen Seitengewässern, die in den nächsten Jahren geplant und umgesetzt werden sollen.
Um das sensible Sonderschutzgebiet Kranebitter Innau möglichst zu schonen, erfolgt der Einsatz in der Frostperiode unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf den Auwald. Die Fachkräfte der Österreichischen Bundesforste transportieren die gefällten Bäume möglichst behutsam aus dem Gebiet ab. Darüber hinaus wird der Weg ebenfalls für eine bessere Befahrbarkeit adaptiert. Aus Sicherheitsgründen müssen daher für kurze Zeit gewisse Wege gesperrt werden. Diese sind mit dem Schild „Forstliches Sperrgebiet“ gekennzeichnet.
Für Anfragen steht der Schutzgebietsbetreuer der Tiroler Landesregierung, WWF-Mitarbeiter Anton Vorauer, unter Tel. 0676/83 488 401 und toni.vorauer@wwf.at gerne zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Anton Vorauer, Schutzgebietsbetreuer der Landesregierung und WWF, Tel. 0676 83 488 401, E-Mail: toni.vorauer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













