Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Nach Hochwasser: Wissenschaft und WWF fordern “Grünes Sicherheitsnetz”
Anlässlich der Hochwasserkatastrophe fordern der WWF und Vertreter der Wissenschaft eine groß angelegte Naturschutz-Offensive mit einem “Grünen Sicherheitsnetz” für Österreich. Dieses umfasst einen guten Plan zur Wiederherstellung der Natur, einen Bodenschutz-Vertrag sowie Entsiegelungs- und Begrünungsprogramme. Nach der akuten Soforthilfe müssten Bund und Länder rasch die notwendigen Schritte für den langfristigen Schutz der Bevölkerung beschließen. “Eine intakte Natur ist unsere beste Verbündete gegen die Klimakrise und ihre Folgen. Ihr Schutz wird immer mehr zu einer Frage der Sicherheit unserer Gesellschaft und muss daher zur politischen Priorität werden”, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons. Genauso dringend sei ein ambitioniertes Klimaschutz-Programm. “In Zukunft wird es mehr Unwetter, Starkregen aber auch Hitzewellen geben. Wenn wir uns gegen diese dramatischen Veränderungen wappnen wollen, müssen wir uns anpassen und deutlich mehr für den Klimaschutz tun”, sagt Herbert Formayer vom Institut für Meteorologie und Klimatologie an der BOKU University.
Renaturierung und Bodenschutz für mehr Krisensicherheit
Eine Schlüsselrolle für die künftige Krisensicherheit spielt die europaweite Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung. “Mit einem gut abgestimmten Plan können die Länder gegenseitig voneinander profitieren, weil viele Fluss-Systeme grenzüberschreitend miteinander vernetzt sind. Österreich sollte sich daher im ureigensten Interesse stark einbringen”, sagt Hanna Simons vom WWF. Denn intakte Flüsse und Auen helfen als natürliche Wasserspeicher nicht nur bei Hochwasser, sondern auch bei Dürren. Im urbanen Raum braucht es Renaturierung und Begrünung vor allem zur Vorsorge gegen Hitze. Im alpinen Bereich spielen klimaresiliente Schutzwälder eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Naturgefahren.
Großen Handlungsbedarf sieht der WWF auch bei der Reduktion der Bodenversiegelung durch verbindliche bundesweite Ziele. Denn auf Beton und Asphalt können Wassermassen nicht versickern, sondern werden gestaut oder sogar beschleunigt. “Neben vorbeugendem Bodenschutz muss die Politik mehr Entsiegelungs- und Begrünungsprogramme starten. Parallel dazu sollte die Raumordnungen ökologisiert werden, damit Klimarisiken besser berücksichtigt werden”, fordert WWF-Programmleiterin Hanna Simons. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre wurden insgesamt über 40 Quadratkilometer pro Jahr verbraucht und versiegelt. Das sind rund 12 Hektar pro Tag und fast fünf Mal mehr als die politisch versprochene Obergrenze von 2,5 Hektar.
Klimakrise als Gesundheitsgefahr für Bevölkerung
Extreme Wetterereignisse und Umweltkatastrophen stellen für die betroffenen Menschen nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Belastung dar. Das gilt besonders für schnelle Wechsel von einem Extrem zum anderen. “Wir sind von einer Rekord-Hitzewelle direkt in einen Wettersturz und eine Hochwasserkatastrophe geschlittert. Das ist eine enorme Belastung, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Einsatzkräfte”, sagt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien. Aus medizinischer Sicht sind nicht nur die akuten Auswirkungen, sondern auch die Langzeitfolgen solcher Ausnahmesituationen zu berücksichtigen. Dazu zählen zum Beispiel bei vielen Menschen posttraumatische Belastungsstörungen. “Jede Maßnahme, die die Folgen der Klimakrise und ihre Ursachen bekämpft, wirkt sich daher langfristig auch positiv auf die Gesundheit der gesamten Bevölkerung aus. Klimaanpassung und Klimaschutz müssen daher immer Hand in Hand gehen”, sagt Umweltmediziner Hutter.
Bildmaterial zum Thema und ein ausführliches Positionspapier zum “Grünen Sicherheitsnetz” finden Sie hier zum Download.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.









