Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Nach Magna-Pleite: Vorrang für die Natur!
Wien, am 22. August 2007 – Der WWF schlägt Frank Stronach vor, Ebreichsdorf zum Ausgangspunkt des größten Beweidungsprojekts im Wiener Becken seit dem Ende der Monarchie zu machen: Die wertvollen Wiesen des Natura 2000 – Gebietes "Feuchte Ebene" südlich von Wien sollen durch geeignete Pferderassen extensiv beweidet werden. Dadurch würden die Magna-Stallungen genutzt, seltene Pferderassen gefördert und der Artenreichtum der Feuchtwiesen gesichert werden. Zudem würde die Region an Attraktivität für den Naturtourismus gewinnen. "Eine naturverträgliche Nachnutzung bietet Magna die Möglichkeit, den Schaden wieder gut zu machen und zum Erhalter und Entwickler einer wertvollen Kulturlandschaft zu werden", erklärt Emil Benesch vom WWF.
Das Einstellen des Rennbetriebes in Ebreichsdorf ermöglicht eine neue Weichenstellung. „Frank Stronach hat es jetzt in der Hand zu entscheiden, ob der Magna-Park ein Ort der Konflikte und Skandale bleiben soll – oder die Chance auf einen ambitionierten Neubeginn genutzt wird“, so Benesch, der das Projekt seit 1996 begleitet.
Der WWF propagiert einen ökologischen Umbau des Pferdesportparks. Durch den Rückbau der Nord-Zufahrtsstraße und der Rennbahnen in Ebreichsdorf kann Magna mit der Renaturierung von 30 Hektar Moorwiesen beginnen. Nach der 10 Jahre dauernden Auseinandersetzung um das Racino wäre dies ein zukunftsweisendes Vorhaben, von dem alle Seiten nur profitieren könnten, so Benesch.
Neben dem finanziellen Verlust hat das kompromisslose Festhalten an der Maximalvariante dem Betreiber auch einen beträchtlichen Imageschaden beschert. Der Pferdesportpark war trotz jahrelanger heftiger Proteste einer breiten Allianz von Betroffenen durchgesetzt, alle Kompromissvorschläge abgelehnt worden. Zu den vielen Verlierern des Projekts zählt auch die einzigartige Niedermoorlandschaft der "Welschen Halten" in Ebreichsdorf, die durch den Pferdesportpark stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Für die Realisierung eines ehrgeizigen Projekts zum Schutz der Artenvielfalt des Wiener Beckens sichert der WWF in jedem Fall seine fachliche Unterstützung zu.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 48817/ 250
Emil Benesch, WWF Naturschutzexperte, Tel. 48817/ 267
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