Klimakrise erhöht Waldbrandgefahr in Österreich dramatisch – Monokulturen besonders anfällig – WWF fordert Stärkung der Wasserspeicher-Funktion naturnaher Wälder durch “Schwammwald-Offensive”
Neue Gesetze schützen Great Barrier Riff vor Millionen Tonnen Müll
WWF Presseaussendung
Brisbane/Australien, 13. 11. 2015 – Zwei Jahre lang kämpfte der WWF gegen die Zerstörung des Great Barrier Riffs in Australien und sammelte dazu weltweit 560.000 Unterschriften, knapp 9.000 davon aus Österreich. Nun hat das Parlament des Bundesstaats Queensland das gesetzliche Verbot beschlossen, Baggergut und Schlamm in den Gewässern am Riff abzulagern. Das erspart dem Riff mehr als 46 Millionen Kubikmeter Müll, die sonst im empfindlichen Ökosystem gelandet wären. Diese Menge entspricht der Zahl von 4,6 Millionen Ladungen von Muldenkippern. Aneinandergereiht könnten diese ganz Australien drei Mal umfassen. Der WWF begrüßt die neuen Gesetze als wichtigen Schritt zum Schutz des größten Korallenriffs der Welt. „Eine der größten Bedrohungen des Riffs konnte zwar mit den neuen Gesetzen abgewendet werden, aber das Riff bleibt noch lange gefährdet durch die Auswirkungen des Klimawandels“, warnt WWF-Meeresexpertin Simone Niedermüller.
Das Weltnaturerbe ist also nicht nur massiv vom Klimawandel bedroht, es sieht sich zudem mit einer Industrialisierungswelle konfrontiert, die durch die zunehmende Kohleförderung und Pläne für den Ausbau von Häfen ausgelöst wurde. Für mehr als ein Jahrhundert war das Abkippen von Baggergut in den Gewässern des Great Barrier Riffs die Norm. Damit ist jetzt Schluss. Der zunehmend schlechte Zustand des australischen Naturwunders löste eine internationale Kampagne aus, um die zerstörerische Praxis zu beenden.
Im Juni dieses Jahres hatte die australische Regierung bereits ein Verbot erlassen Baggergut im Great Barrier Riff Nationalpark abzukippen. 80 Prozent des Schlamms wurde jedoch nahe der Küste außerhalb des Naturschutzgebietes verklappt. So war kein effektiver Schutz für das Weltnaturerbe garantiert. Die jetzt beschlossenen Gesetze gelten für das gesamte Riff.
Das Great Barrier Riff ist das größte Korallenriff der Erde. Es erstreckt sich über 2.300 Kilometer entlang der australischen Nordostküste und umfasst mehr als 2.900 einzelne Riffe und 900 Inseln. Die Fläche entspricht etwa der vierfachen Österreichs. Die Region ist die Heimat von mehr als 600 Korallenarten, 30 Arten von Walen und Delfinen, 200 verschiedene Vogelarten und mehr als 1.600 Fischarten. Das Great Barrier Riff bleibt auch weiterhin bedroht durch den Klimawandel, die Korallenbleiche, Wasserverschmutzung, den Eintrag von Düngemitteln wie auch durch die explosionsartige Vermehrung von Dornenkronenseesternen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
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