Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Neuer Bericht: Tiger am Abgrund: Bestandszahlen 2009
Wien, 17. Juli 2009 – Nach einem neuen Bericht der Umweltstiftung WWF und des Artenschutzprogramms TRAFFIC leben weltweit nur noch rund 3.500 bis 5.000 Tiger in freier Wildbahn. Damit gehört die größte aller Raubkatzen zu den am stärksten bedrohten Tierarten dieser Erde. Der südchinesische Tiger, von dem vor zehn Jahren wahrscheinlich noch 20 bis 30 Individuen existierten, könnte mittlerweile ausgestorben sein, so der WWF. „Ursache für den dramatischen Bestandsrückgang ist neben dem Lebensraumverlust vor allem die Wilderei und der illegale Handel mit Tigerknochen, Fell oder Zähnen“, sagt WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. „Wenn im Kampf gegen die Wilderei nicht schnellstens ein Durchbruch gelingt, wird es Tiger bald nur noch in Zoos geben.“
Dreizehn Tigerstaaten wurden in dem Bericht „Die Zukunft der Tiger“ danach beurteilt, wie effektiv sie gegen die illegale Jagd und den Handel vorgehen. Als „absolut ungenügend“ werden in dem Ranking die geringen Anstrengungen von Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam bewertet. „Ausreichend bis gut“ sind hingegen die Maßnahmen in Kambodscha, China, Indien, Nepal und Russland. „Von einem großen, entscheidenden Durchbruch im Schutzmanagement für die Raubkatze sind wir jedoch noch weit entfernt“, sagt WWF-Expertin Jahrl. Die Hoffnungen liegen jetzt auf einer langfristigen, globalen Überlebensstrategie für den Tiger, die im kommenden Oktober von zahlreichen Organisationen – darunter der WWF und TRAFFIC – entwickelt werden soll.
Vor allem der Wunderglaube an die medizinische Heilkraft von Tigerprodukten schürt nach WWF-Informationen die Nachfrage. Trotz eines seit 1975 bestehenden, internationalen Handelsverbots, werden die Raubkatzen in ganz Asien weiterhin illegal abgeschossen. Nach den neusten Bestandsschätzungen steht der Sumatra-Tiger am Rande der Ausrottung. Als stark gefährdet gelten die Bestände des Amurtiger, sowie der Bengalischen, Indochinesischen und Malaysischen Unterarten. „Der WWF fordert ein härteres Vorgehen gegen Wilderei und den Schmuggel mit Tiger-Produkten“, sagt Jahrl. Nur durch vereinte Anstrengungen der – zumeist armen – Tigerverbreitungsstaaten und wohlhabender Geberländer könne das Aussterben des Tigers noch verhindert werden.
Der WWF hat jüngst eine Initiative gestartet, die sich in elf Ländern zur Rettung der Tiger engagiert und die Anzahl der frei lebenden Tiger bis 2020 deutlich erhöhen will.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF Österreich, Tel. 01-48817-231
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf













