Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Neues Forstgesetz: WWF sieht “Schritt in die richtige Richtung”
Wien, am 11. August 2023. Anlässlich der heute endenden Begutachtungsfrist bewertet die Naturschutzorganisation WWF Österreich die geplante Novelle des Forstgesetzes als Schritt in die richtige Richtung: “Erstmals soll der Biodiversitäts- und Klimaschutz in der Zieldefinition des Forstgesetzes verankert werden. Das bietet die einmalige Chance, dem Schutz von naturnahen Wäldern mehr Priorität einzuräumen”, sagt WWF-Waldexpertin Karin Enzenhofer. “Intakte Naturwälder speichern besonders viel Kohlenstoff und sind regelrechte Schatzkammern der Artenvielfalt. Als solche spielen sie eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise.” Durch die intensive Bewirtschaftung mit vielen Monokulturen, überzogenen Entnahmen und dem ausufernden Forststraßenbau werden die heimischen Wälder hingegen anfälliger für Borkenkäfer und Hitzewellen – und in weiterer Folge zu Kohlenstoff-Emittenten. Der WWF fordert deshalb einen besseren Schutz natürlicher und naturnaher Waldgebiete und entsprechende Vergütungen für Waldbesitzer:innen. Denn derzeit können nur elf Prozent der Wälder als natürlich oder sehr naturnah eingestuft werden und nur 0,8 Prozent sind effektiv geschützt.
Neben der Verankerung von Biodiversitäts- und Klimaschutz plant der Entwurf ein Anhörungsrecht für die Naturschutzbehörde bei Rodungs- oder Fällungsverfahren in Schutzgebieten (Naturschutzgebiete, Naturwaldreservate, Nationalparks, Natura 2000). “Bisher haben über solche Fälle allein die Forstbehörden entschieden. Daher ist die Einbindung der Naturschutzbehörden eine längst überfällige Verbesserung, die später auch in der Praxis ordentlich angewandt werden muss. Hier sind besonders die Bundesländer gefordert”, sagt Karin Enzenhofer vom WWF.
Ein Missstand bleibt vorerst die Ignoranz gegenüber der völkerrechtlich verpflichtenden Aarhus-Konvention im Forstgesetz. “Dadurch fehlen wertvolle demokratische Rechte”, kritisiert Enzenhofer. Offen bleiben auch die schon seit langem bestehenden Rechtsunsicherheiten und Haftungsängste bezüglich der Wald- und Baumhaftung. Diese führen aktuell dazu, dass bei vielen Bäumen altes Holz weggeschnitten wird oder ganze Bäume gefällt werden. “Zumindest für strenge Schutzgebiete sollte hier eine spezielle Regelung eingeführt werden, die eine Haftung für Schäden auf Wegen verhindert und zugleich den Schutz von alten Bäumen gewährleistet”, fordert WWF-Expertin Enzenhofer.
Die vollständige WWF-Stellungnahme sowie Bildmaterial finden Sie hier zum Download.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.









