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Panda der Meere: Mexikanischer Vaquita unmittelbar vom Aussterben bedroht
Wien, am 16. Mai 2017 – Der Nördliche Teil des Golfs von Kalifornien ist der einzige Ort der Erde in dem der Vaquita – der kalifornische Schweinswal – zu finden ist. Aufgrund seiner Färbung wird er auch der Panda der Meere genannt. Erst vor 60 Jahren entdeckt, steht die Art aber bereits vor dem Aus. „Der Vaquita ist ein typisches Beifang-Opfer. Der Wal hat das Pech, genau dasselbe Verbreitungsgebiet zu haben wie der Totoaba, eine Fischart die aufgrund ihrer Schwimmblase massiv befischt wird und zu Höchstpreisen am asiatischen Markt gehandelt wird. Obwohl der Vaquita für die Wilderer keinen Wert hat, landen diese Tiere immer wieder in den illegal ausgelegten Netzen“, erklärt Axel Hein vom WWF Österreich.
Trotz des im Golf seit zwei Jahren in Kraft befindlichen Verbotes von so genannten Kiemennetzen, in denen sich die Schweinswale verfangen und dann qualvoll ertrinken, sind seit 2011 bereits 90 Prozent der Population dem Beifang zum Opfer gefallen. Aber auch die legale Fischerei wird dem delfinähnlichen Vaquita zum Verhängnis. Nur ein globaler Kraftakt kann die letzten Vaquitas jetzt noch retten.
WWF-Fischereiexperte Axel Hein ruft zur Unterstützung der internationalen WWF-Petition an den mexikanischen Präsidenten auf: „Der Vaquita-Schweinswal ist der am stärksten gefährdete Meeressäuger der Welt! Wenn er nicht in wenigen Jahren von der Erde verschwinden soll, braucht es dringend eine koordinierte, globale Anstrengung um ihn und andere Arten des UNESCO Weltkulturerbes im Golf von Kalifornien zu retten.“
In der Petition auf https://makeyourmark.panda.org/vaquita wird die mexikanische Regierung aufgefordert, die einzigartige Biodiversität dieser Meeresregion endlich wirksamer zu schützen. Der Schlüssel dazu ist einerseits die Anwendung schonenderer und selektiver Fangmethoden, und andererseits die Ausweisung weiterer Schutzgebiete für die Vaquitas. Außerdem muss die internationale Artenhandelsmafia in die Schranken gewiesen werden. Sie stellt in dieser Meeresregion vor allem dem Totoaba nach.
Wie der Schweinswal ist dieser Fisch im Golf endemisch, existiert also weltweit nur an diesem Ort. In Indianersprache Totoaba genannt, gilt der geschützte Fisch mittlerweile als „Kokain der Meere“. Für seine Schwimmblase werden am Schwarzmarkt tausende Dollar erzielt. Über Nordamerika nach China geschmuggelt, werden die getrockneten Organe des Totoaba in Shanghai und Hongkong als hochpreisiges, vermeintliches Anti-Aging-Mittel in der Suppe verspeist. Der WWF fordert die US- und die chinesische Regierung auf mit Mexiko zusammen zu arbeiten um den Schleichhandel zu bekämpfen.
Der verstärkte Kampf gegen Überfischung und illegale Fischerei ist nicht nur für die Rettung von Vaquita und Totoaba von zentraler Bedeutung. Auch die mexikanische Fischerei und die lokalen Fischergemeinschaften sind von intakten Fischbeständen abhängig. „Wenn die Gesetze zum Schutz bedrohter Arten missachtet und in der legalen Fischerei keine schonenden Fanggeräte verwendet werden, ist der Golf von Kalifornien bald leergefischt. Dann verlieren die Menschen vor Ort einen wichtigen Lebensunterhalt“, unterstreicht Hein abschließend.
Der Golf von Kalifornien ist ein 160.000 Quadratkilometer großes Nebenmeer des Pazifiks zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien, der politisch gesehen zu Mexiko gehört. Die Region beheimatet ein reiches Ökosystem und wurde 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Außer einer großen Vielfalt endemischer Tier- und Pflanzenarten leben dort auch viele wandernde Fisch- und Walarten.
Auch hierzulande können Konsumentinnen und Konsumenten dazu beitragen, dass Beifang von bedrohten Arten nicht passiert, indem sie MSC-zertifizierte Ware bevorzugen.
Link zum WWF-Fischratgeber: http://fischratgeber.wwf.at/
Link zur Petition (engl.): https://makeyourmark.panda.org/vaquita
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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