Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
Paradies in Gefahr: Klimawandel bedroht Fidschi-Inseln
Wien, 24. Juli 2013 – Wie viele andere Südsee-Inseln ist auch der Fidschi-Archipel durch den Klimawandel massiv bedroht. Das sensible Ökosystem der Inseln wird durch den steigenden Meeresspiegel, veränderte Niederschlagsmengen und Sturmfluten bedroht. Zusätzlich gefährdet der illegale und unregulierte Fang von Thunfischen mit Schleppnetzen und Langleinen das Leben im Wasser. Eine Tonne Haifischflossen werden monatlich von Fidschi nach Asien exportiert. Viele Mangrovenwälder, die Kinderstuben der Fische, wurden abgeholzt. Mit Meeresschutzgebieten, nachhaltigen Fischereimethoden sowie Wiederaufforstung der Mangrovenwälder will der WWF die Artenvielfalt und damit die Lebensgrundlage der Bevölkerung gegen den Klimawandel wappnen. Auch Traditionen wandeln sich: „Früher wurden Schildkröten bei Hochzeiten auf Fidschi gegessen. Heute ist es Sitte sie freizulassen. Traditionen müssen sich ändern, wenn sie die Lebensgrundlagen der Menschen bedrohen“, schildert WWF-Fidschi-Experte Georg Scattolin.
Die Globalisierung hat auch vor den so entlegenen Fidschi-Inseln nicht Halt gemacht. Viele Werte und das Leben auf den paradiesischen Inseln haben sich verändert. Rund um die 844 Inseln, die der 1,3 Millionen Quadratkilometer große Archipel umfasst, wurden die Meere fast leergefischt und die Korallenwelt stark beeinträchtigt. Durch den Ausbau der Landwirtschaft werden zu viele Nährstoffe und Sedimente in die Küstenregionen eingebracht. Auf den Inseln wurden mit Brandrodung ganze Wälder in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt.
Der WWF arbeitet nun auch mit österreichischen Spendengeldern seit drei Jahren auf der fünftgrößten Fidschi-Insel Gau. Gemeinsam mit der Bevölkerung, die 3.000 Menschen umfasst, wurde beschlossen, dass Feuer zur Rodung verboten und mit hohen Geldstrafen belegt wurden. Der verbleibende Mangrovenwald wird geschützt und in mehreren Orten wiederaufgeforstet. Die Mangrovenwälder sind nicht nur Laichplatz vieler Fischarten und Nahrungsquelle der Fidschianer sondern bieten auch ein Bollwerk gegen die stärker werdenden Stürme als Folge des Klimawandels. Gegen die Überfischung überzeugte der WWF die Fischer nachhaltige Rundhaken einzusetzen um den Beifang von Schildkröten zu verhindern. Ein großer Erfolg ist die Nachhaltigkeitszertifizierung einer fidschianischen Thunfischfischerei mit dem MSC-Gütesiegel. Ein Netz von Meeresschutzgebieten soll die Unterwasserwelt vor weiterer Ausbeutung schützen und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung auf lange Sicht bewahren.
Vor der Küste Fidschis liegt das drittgrößte Barriereriff der Welt, das Great Sea Reef. Diese Gewässer sind die Heimat von fünf der sieben weltweit vorkommenden Meeresschildkrötenarten. Spinnerdelfine, graue Riffhaie und die ganze Pracht der Korallenfischwelt kommen hier vor. Auch die Wanderrouten für viele Wal- und Delfinarten führen hier vorbei. Noch gehört das Fidschi-Archipel zu den artenreichsten Gewässern der Welt. „Wenn wir die Naturvielfalt Fidschis nicht retten, sind die Inseln schon in ein paar Jahren schutzlos dem Klimawandel ausgeliefert“, warnt Scattolin.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Fotos auf Anfrage bei Manuela Janosch, Tel. 01-48817-239 , E-Mail: manuela.janosch@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima













