Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Parndorfer legt erneut Gift gegen Tiere aus
Wien, am 11. November 2010 – Im burgenländischen Parndorf wurde dieser Tage der vierte illegale Giftanschlag auf Haus- und Wildtiere seit 2007 bekannt. Eine Ortsbewohnerin war mit ihrem Labrador Ende Oktober auf dem Hanaweg unterwegs, als der Hund unbemerkt ein präpariertes Fleischstück fraß. Er zeigte Vergiftungserscheinungen und wurde zum Tierarzt gebracht. Wieder war das mittlerweile verbotene hochtoxische Pestizid Carbofuran verwendet worden, von dem der Täter offenbar noch Lagerbestände hortet. „Das Verhalten des Täters ist ganz besonders unverantwortlich, weil dieser Spazierweg sehr stark von Joggern, Radfahrern und Hundehaltern frequentiert wird. Carbofuran ist auch für Menschen bereits in winziger Dosis tödlich“, so Christian Pichler vom WWF. Peter Prieler vom Burgenländischen Jagdverband bittet die Parndorfer Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem Täter und erklärt: „Giftlegern drohen bis zu drei Jahre Haft wegen schwerem Eingriff in fremdes Jagdrecht.“
„Besonders betroffen sind auf der Parndorfer Platte stark gefährdete Greifvögel wie Seeadler oder Kaiseradler“, erläutert Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadlerprojektes. Sie fressen im Winter verstärkt Aas, und nehmen so die Giftköder auf. Aber es trifft auch Haustiere, wie der Fall des Parndorfer Labradors zeigt. „Zum Glück hat sich der Hund rasch erholt, nachdem ihm die Tierärztin das Gegengift Atropin injiziert hat“, so Pichler.

WWF und Landesjagdverband rufen gemeinsam dazu auf, Verdachtsfälle sofort an die WWF-Gifthotline unter Tel. 0676/4446612 oder an den Burgenländischen Landesjagdverband unter Tel. 0664/ 6171039 zu melden, um den Parndorfer Giftleger zu fassen.
Parndorf: Vierter Giftfall in Serie
Aus Parndorf wurden 2007 und 2009 insgesamt drei Giftfälle gemeldet. Dabei waren jeweils angebohrte Hühnereier verwendet worden. „Die Jägerschaft ist zu jeglicher Hilfestellung und Unterstützung gegen diesen Gifteinsatz bereit, der massiv gegen das Jagdgesetz und die Ehre der Jägerschaft verstößt“, unterstreicht Prieler vom Jagdverband.
Violetter Tod bedroht die heimische Tierwelt
Immer wieder kommt es im Burgenland zum illegalen Einsatz des Pflanzenschutzmittels Carbofuran für Giftköder. Sie werden illegal gegen Hunde, Katzen, Füchse, Marder, Krähen und Greifvögel eingesetzt und verursachen einen extrem qualvollen Tod.

Das violett gefärbte Pestizid wurde in der konventionellen Landwirtschaft gegen Schädlinge verwendet, bis Ende 2008 ein EU-weites Verbot in Kraft trat. Wie der aktuelle Vorfall in Parndorf zeigt, befinden sich jedoch offenbar immer noch Giftvorräte im Umlauf. In der Initiative „Vorsicht Gift!“ bekämpfen WWF, Lebensministerium und Jägerschaft gemeinsam die Giftpraktiken.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin
Tel. 0676/83488203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Mag. Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadlerprojektes
Tel. 0676/4446612
DI Dr. Leopold Cecil, Burgenländischer Landesjagdverband,
Tel. 0664/6171039
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava
Tiroler Lech ist Fluss des Jahres!
Sie haben mit Ihrer Stimme entschieden: Der Lech wurde zu Österreichs Fluss des Jahres 2026 gewählt. Auf Platz zwei folgt die Schwarze Sulm, auf Platz drei der Kamp.
WWF-Flusswahl: Lech ist Österreichs „Fluss des Jahres“ 2026
Tiroler Wildfluss gewinnt Online-Voting über neun Flüsse – Schwarze Sulm in der Steiermark auf Platz zwei, Kamp in Niederösterreich auf Platz drei – Naturschutzorganisation fordert dauerhaften Schutz und mehr Renaturierung
WWF: Bund-Länder-Konflikt hinter Leerstellen im Renaturierungsplan
Schlüsselkapitel zu EU-geschützter Natur und Städten ohne Flächenangaben und Maßnahmen – Gesamtausmaß der zu renaturierenden Flächen bis 2030 fehlt – WWF fordert rasche Nachschärfungen
Erstmals Wolfsrudel in Nordtirol nachgewiesen: WWF fordert Abschuss-Stopp
Neue Verbreitungskarte des Österreichzentrums dokumentiert Rudel im Bezirk Landeck – Vier Jungwölfe bei Fiss gesichtet – WWF: Drei Abschussverordnungen sofort aussetzen
WWF: Österreich legt lückenhaften Renaturierungsplan vor
Naturschutzorganisation fordert Nachschärfungen mit verbindlichen Maßnahmen, Fristen und Budgets – Bestehende Programme reichen nicht für Schutz vor Hitze und Dürre
646 Hitzetote: WWF fordert Klima- und Naturschutzpaket
Umweltschutzorganisation für „Hitze-Milliarde“, mehr Renaturierung und wirksamen Klimaschutz – Natürliche Schutzmaßnahmen verstärken












