Trockenheit bremst Stromproduktion – Energieversorgung muss klimafit und naturverträglich werden – WWF fordert Energiesparen und Vielfalt beim Ausbau Erneuerbarer Energien
Schmelzendes Polareis macht Eisbären zu Langstreckenschwimmern
Ottawa/Kanada, 21. Juli 2011 – Durch den Klimawandel und das schmelzende Polareis müssen Eisbären immer längere Distanzen schwimmen um stabiles Eis oder Land zu finden. Das hat zur Folge, dass vor allem junge Eisbären stärker gefährdet sind und ihre Sterblichkeitsrate sich erhöht. Das hat nun die erste empirische Studie im Rahmen der Klimawandelforschung herausgefunden, an der der WWF mitwirkte. „Der Klimawandel zieht buchstäblich das Eis unter den Beinen der Eisbären weg und sie müssen viel länger schwimmen um Lebensräume und Futter zu finden“, warnt der WWF-Eisbärexperte Geoff York. Die Sterblichkeit bei den jungen Eisbären erhöhte sich durch den Klimawandel auf fast die Hälfte der beobachteten Tiere.
Die neue Studie ist die erste ihrer Art, die den neuen Trend der letzten Jahre beweist. Frühere Untersuchungen fanden nur einzelne Eisbären, die zu Langstreckenschwimmern werden mussten. Die Studie dauerte von 2004 bis 2009. Die Wissenschaftler brachten insgesamt 68 Peilsender an weiblichen Polarbären an und kombinierten die Schwimmrouten mit Satellitenbildern des schmelzenden Polareises. So konnten sie feststellen, welche Bären mehr als 30 Meilen (knapp 50 Kilometer) schwammen. Mehr als 50 Fälle wurden festgestellt, in denen im Lauf der sechs Jahre 20 der beobachteten Bären diese Strecke schwimmen mussten. In knapp 13 Tagen musste ein Bär sogar 426 Meilen (rund 690 Kilometer) schwimmen. Elf der Bärinnen, die diese langen Strecken schwimmen mussten, hatten Junge dabei. Fünf von ihnen verloren ihre Jungen beim Schwimmen der langen Strecken. Das entspricht einer Mortalitätsrate von 45 Prozent. Bei den Bären, die nicht so weit schwammen, lag die Sterblichkeit bei 18 Prozent. Die Studie wurde bei Eisbären in der südlichen Beaufort- und der Tschuktschensee durchgeführt.
Das Langstreckenschwimmen führt bei den Eisbären zu einer raschen Ermüdung, wodurch sie leichter ertrinken. Wie Menschen können sie ihre Nasenlöcher während des Schwimmens nicht schließen und drohen bei rauer See zu ertrinken. Juntiere haben ein höheres Risiko zu ertrinken. Durch ihre kleinere Größe und ihre noch nicht so gut ausgebildeten Fett- und Energiereserven ermüden sie schneller und sterben an Unterkühlung. Eisbären gehören heute zu den vom Aussterben bedrohten Arten.
Das arktische Eis erreichte heuer im Juli einen Rekordrückgang. Das Eisvolumen entspricht heute nur mehr 47 Prozent im Vergleich zu 1979, als die Satellitenaufzeichnungen begannen. Dabei wird das Polareis erst im September seinen Tiefststand erreichen.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder Email: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert Schutzpaket für heimische Flüsse: Flusspegel auf bisher tiefstem Stand
Juli-Abflüsse an 90 Prozent der Pegel-Messstellen sehr niedrig – Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich besonders betroffen – WWF fordert mehr Gewässerschutz und Renaturierung
Toni Innauer wirbt für den Lech als „Fluss des Jahres“
Tiroler Wildfluss steht beim österreichweiten WWF-Voting zur Wahl – Olympiasieger mobilisiert für den Schutz der letzten naturnahen Flusslandschaften
Klimakrise als Brandbeschleuniger: WWF fordert mehr Tempo bei Waldumbau
Klimakrise erhöht Waldbrandgefahr in Österreich dramatisch – Monokulturen besonders anfällig – WWF fordert Stärkung der Wasserspeicher-Funktion naturnaher Wälder durch “Schwammwald-Offensive”
Good News: Nashorn-Wilderei in Namibia geht zurück
In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe













