14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
Schutzstatus Wolf: WWF kritisiert “populistischen Angriff auf Artenschutz”

Die Naturschutzorganisation WWF Österreich kritisiert die Abschwächung des Schutzstatus für den Wolf in der Berner Konvention als völlig falsches Signal. “Die regierende Politik verweigert die Hausaufgaben und startet stattdessen einen populistischen Angriff auf den Artenschutz. Tatsächlich notwendig wäre eine gut geplante Herdenschutz-Offensive“, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Das Vorgehen sei wissenschaftlich nicht gedeckt und könne insgesamt kontraproduktiv wirken. “Die Änderung der Berner Konvention öffnet auch das Tor zum Aufweichen der FFH-Richtlinie – mit weitreichenden Konsequenzen für andere gefährdete Arten und den gesamten Naturschutz in der EU.” Als heimische Wildtiere und Beutegreifer sind Wölfe ein natürlicher Beitrag zur Artenvielfalt. Sie verhindern die Ausbreitung von Krankheiten und stärken im Idealfall auch die wichtigen Schutzwälder, weil sie zu hohe Wildbestände reduzieren können.
Sollte auch der EU-Schutzstatus des Wolfs um eine Kategorie gesenkt werden, bleibt dennoch die rechtliche Vorgabe, dass der Wolf in einen günstigen Erhaltungszustand gebracht werden muss. Mit derzeit nur fünf Rudeln ist Österreich jedoch sehr weit von dieser Vorgabe entfernt. Somit ist eine reguläre Bejagung des Wolfs in Österreich weiterhin ausgeschlossen, wie es im Juli auch der Europäische Gerichtshof bestätigt hat.
Dennoch wäre das langfristige Überleben des Wolfs in Österreich mit einer Absenkung erschwert. Denn einerseits würden aus den Nachbarländern mit bereits günstigem Erhaltungszustand weniger Wölfe zuwandern, wenn diese vermehrt gejagt werden. Außerdem belegen Studien, dass ein verringerter Schutzstatus und damit eine Zunahme der legalen Jagd auch zusätzliche illegale Tötungen auslöst. Darüber hinaus gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, die überzeugend darlegen können, dass Abschusserlaubnisse soziale und wirtschaftliche Konflikte im Zusammenhang mit Wölfen entschärfen. Das gelingt nur durch die Finanzierung und fachgerechte Umsetzung des Herdenschutzes.
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