Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Skandal-Bau an der Ötztaler Ache: WWF Österreich beantragt sofortigen Baustopp
WWF beantragt Einstellung der Bautätigkeiten bis zur Klärung aller offenen Rechtsfragen – Neues Amtsgutachten verweist auf negative Folgen des geplanten Kraftwerks – Aktuelle Fotos zeigen aktive Baustelle bei Tumpen-Habichen
Ötz und Umhausen / Innsbruck, am 18. März 2020. Der von der Umweltschutzorganisation WWF aufgedeckte Baubeginn des Skandal-Kraftwerks Tumpen-Habichen wurde diese Woche trotz fehlender rechtskräftiger Bewilligung fortgesetzt. Das belegen neue Bilder und Videos von intensiven Bauarbeiten, die Spaziergänger vor Ort diese Woche dem WWF zukommen ließen. „Die Kraftwerksbetreiber stützen sich auf einen längst überholten Bescheid aus dem Jahr 2015. Anstatt die offenen Bedenken von Naturschutz und Bevölkerung ernst zu nehmen, wird eine einzigartige Wildwasserstrecke verbaut. Das ist auch mit Blick auf die Coronavirus-Krise ein Skandal“, sagt WWF-Flussexperte Gerhard Egger. „Scheinbar versuchen die Kraftwerksbetreiber in Zeiten, in denen sogar die Baugewerkschaft einen generellen Baustopp fordert, noch rasch vollendete Tatsachen zu schaffen“, kritisiert Egger. Um dauerhaften Schaden an Umwelt und Natur vorzubeugen, hat der WWF daher beim Landesverwaltungsgericht Tirol die Feststellung der aufschiebenden Wirkung und damit einen Baustopp beantragt.
„Beim Kraftwerk Tumpen-Habichen sind noch wichtige Rechtsfragen ungeklärt. Gerade jetzt braucht es mehr Besonnenheit. Das Land muss einschreiten und dafür sorgen, dass die aktuellen Gutachten und Auflagen angemessen gewürdigt werden können“, sagt Gerhard Egger in Richtung der Betreiber. Denn wie ein diese Woche im laufenden Verfahren neu vorgelegtes Amtsgutachten zeigt, drohen durch das Bauvorhaben an der Ötztaler Ache negative Auswirkungen für gefährdete und streng geschützte Tierarten, wie Mauereidechse und Apollofalter. Durch den übereilten Baustart bleiben wichtige Fragen über die Schadensbeurteilung sowie die Umweltschutz- und Ausgleichsmaßnahmen ungeklärt.
Gegen das Kraftwerk Tumpen-Habichen sind noch mehrere Beschwerden anhängig: Der WWF Österreich hat gegen die naturschutzrechtliche Bewilligung Beschwerde ans Landesverwaltungsgericht eingelegt, die wasserrechtliche Bewilligung ist sogar beim Höchstgericht (VwGH) anhängig. Auch eine lokale Bürgerinitiative hat sich aus Zweifeln an der Bewilligung an das Höchstgericht gewandt. Die Anliegen der Region und Umweltverbände wurden im ersten Verfahren nicht gehört, was das Landesverwaltungsgericht in Folge als rechtswidrige Einschränkung der Mitsprachemöglichkeiten gewertet hat.

Download von Fotomaterial in Druckqualität unter: https://bit.ly/3cRQABb
(honorarfreie Verwendung unter Angabe der Foto-Credits: © WWF / Marianne Götsch)
Rückfragen und Kontakt:
Vincent Sufiyan
WWF Österreich
Pressesprecher
Tel.: 0676 83 488 308
E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen
Ein Drittel des Tiroler Wolfsbestandes abgeschossen: WWF kritisiert Management des Landes scharf
2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“
Fischkonsum im Urlaub: WWF warnt vor Importware und verstecktem Haifisch-Fleisch
Fischgerichte auf Touristenmenüs und Märkten häufig aus Asien und Lateinamerika importiert oder unter irreführenden Namen angeboten – WWF fordert mehr Transparenz und ruft zur Vorsicht beim Fischkonsum auf










