Mindestens 23 Abschüsse allein im ersten Halbjahr 2026 – Von Jänner bis Juni schon mehr behördliche Tötungen als im gesamten Vorjahr – WWF kritisiert aggressives Vorgehen gegen geschützte Art
Tirol im Kraftwerksrausch ohne Wenn und Aber
Wien, Innsbruck, am 17. Juni 2009 – Ende Mai hat die Tiroler Landesregierung ein privates Planungsbüro mit einer Studie beauftragt, in der sämtliche Potenziale für den Ausbau der Wasserkraft an Tirols Gewässern erhoben werden sollen. Eine Einbeziehung der betroffenen Öffentlichkeit ist laut WWF – selbst gemeinsam mit den Lebensministerium Partner der Tiroler Landesregierung im Rahmen der Initiative “der.inn – lebendig uns sicher” – unbedingt notwendig und bislang nicht erfolgt. “Es kann nicht angehen, dass in einem ganz Tirol umfassenden, umfangreichen Prozess die Auswahl möglicher Kraftwerksstandorte alleine einer privaten Firma überlassen wird und alle anderen Interessen ausgeklammert werden!”, ist Andreas Wurzer, Stv. Geschäftsführer des WWF Österreich, empört. “Tirols Flüsse sind zu kostbar, um so mit ihnen umzugehen!”
Mögliche Kraftwerkssstandorte dürfen nicht nur nach technischen und wirtschaftlichen Aspekten beurteilt werden, sondern müssen ökologische Anliegen ebenso berücksichtigen, wie die Interessen der Fischerei, des Hochwasserschutzes, des Trinkwassers, der Grundbesitzer und aller anderen betroffenen Öffentlichkeiten wie NGOs, so der WWF. Eine solche Partizipation aller betroffenen Interessen von Anfang an ist auch eine zentrale Forderung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU.
Der WWF tritt nicht generell gegen die Nutzung der Wasserkraft ein, fordert jedoch eine klare Prioritätenreihung in einem umfassenden Plan, der Revitalisierungspotentiale mit einbezieht, Retentionsflächen für den Hochwasserschutz berücksichtigt, und die letzten wertvollen Flussstrecken Tirols vor der Zerstörung schützt. “Es ist ein Rückschritt in die demokratiepolitische Steinzeit, wenn Kraftwerke in einem Schnellschuss von oben verordnet und durchgepeitscht werden”, so Wurzer.
In ganz Tirol gibt es nur noch 22 Seitenbäche, die nicht für die Wasserkraft genutzt werden. Die letzten intakten Bereiche des Inn wie das Sonderschutzgebiet der Rietzer und Mieminger Innauen, dürfen nicht den energiewirtschaftlichen Interessen geopfert werden.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, +43 1 48817 250
Andreas Wurzer, Stv. WWF-Geschäftsführer, +43 1 48817 255
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
March erstmals über 30 Grad: WWF warnt vor Hitzestress für Fische
Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.













