Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
Umfrage: Klare Mehrheit fordert Pflicht zu Klima- und Naturschutz für Banken
Laut einer repräsentativen market-Umfrage im Auftrag des WWF Österreich fordert eine deutliche Mehrheit der Österreicher*innen eine gesetzliche Verpflichtung für Banken und Versicherungen, ihr Geschäftsmodell klima- und naturverträglich auszurichten. „Finanzinstitute haben eine enorme Verantwortung. Jeder Euro, der veranlagt wird, wirkt sich auch auf unsere Umwelt aus. Banken und Versicherungen müssen daher ihre Verantwortung wahrnehmen und Klima- und Naturschutz in ihrem Kerngeschäft berücksichtigen“, fordert Jakob Mayr, Experte für nachhaltige Finanzen beim WWF Österreich. Angesichts der wachsenden Zahl von Finanzprodukten, die als “nachhaltig” beworben werden, wünschen sich die Österreicher*innen laut der Umfrage vor allem eine bessere Kennzeichnung und Transparenz.
Eine gesetzliche Verpflichtung, dass Finanzinstitute ihre Geschäfte klima- und naturverträglich ausrichten forderten ganze 58 Prozent, darunter 25 Prozent „auf jeden Fall“ und 33 Prozent „eher doch“. Skeptisch zeigen sich 17 Prozent („eher weniger“), gänzlich ablehnend nur sieben Prozent („nein, nicht wirklich“) der Befragten. Noch deutlicher ist die Zustimmung zur Aussage, Banken und Versicherung müssten grundsätzlich mehr Verantwortung für Klimaschutz und Artenvielfalt übernehmen – hier liegt die Zustimmung bei 61 Prozent. “Dabei geht es längst nicht mehr um Recycling-Papier im Drucker, sondern um die fundamentale Frage, was mit unserem Geld passiert. Dabei müssen auch entsprechende Kenntnisse über die Umweltverträglichkeit der Produkte zum Standard werden – vom Vorstand bis zur Kundenberatung“, sagt Jakob Mayr.
Der WWF Österreich fordert daher Klimaschutz ins Kerngeschäft zu integrieren. Damit das gelingt, braucht es unbedingt verpflichtende, professionelle Ausbildung in punkto klima- und naturverträgliche Finanzen auf allen Ebenen – von der Geschäftsführung über den Aufsichtsrat bis hin zu Anlageberatung und Risikomanagement. „Die Finanzwirtschaft muss massiv in Nachhaltigkeits-Schulungen investieren. Die Aufklärung der Mitarbeiter*innen und Kund*innen sollte an oberster Stelle stehen. Die Finanzmarktaufsicht muss das konsequent einfordern“, fordert Mayr.
Großes Interesse an „grünen“ Finanzprodukten
Dass bei den Kreditinstituten hierzulande noch großer Aufholbedarf besteht, zeigte bereits das WWF-Bankenrating 2019: Von den zehn größten heimischen Retailbanken blieben in der fünfstufigen Bewertung alle auf den beiden hinteren Plätzen zurück. Ein wesentlicher Grund für das schlechte Abschneiden war mangelnde Transparenz und Aufklärung in der Beratung. Genau hier wünschen sich die Österreicher*innen auch heute mehr Engagement: „Bessere Kennzeichnung und Transparenz bei Finanzprodukten“ war das in der Umfrage meistgenannte Kriterium, um sich für ein „grünes“ Finanzprodukt zu entscheiden. Erst danach kamen steuerliche Begünstigungen und die konkrete Aussicht auf Wertzuwachs und Rendite. 79 Prozent der Befragten zeigten grundsätzliches Interesse an „grünen“ Finanzprodukten, doch lediglich vier Prozent besitzen aktuell ein solches. “Das Potenzial ist riesig – sowohl für Klimaschutz als auch als Geschäftsmodell”, sagt Mayr.
Zur Methode: Für die Umfrage wurde das market-Institut beauftragt. Im Befragungszeitraum von 13.-19. September 2021 wurden 1000 Online Interviews durchgeführt. Das Ergebnis ist für die Österreichische Bevölkerung über 16 Jahre repräsentativ. Die maximale statistische Schwankungsbreite beträgt +/- 3,16 Prozent.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich
WWF: Wasserkrise erfordert Schutz der Natur statt rein technischer Reparaturmaßnahmen
Naturschutzorganisation unterstützt ÖVGW-Forderung nach Register für Wasserentnahmen, warnt aber vor zu starkem Fokus auf technische Lösungen – Renaturierung, Bodenschutz und Wassersparen zentral für Versorgungssicherheit
WWF: Landesrechnungshof zeigt massiven Nachholbedarf bei Renaturierung
Naturschutzorganisation fordert mehr Budget, Personal und Tempo bei der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung – Alle Länder sowie Bundesregierung massiv in der Pflicht
Trockenheit in Österreich: BOKU-Studie zeigt Wirkung natürlicher Schutzmaßnahmen
March-Einzugsgebiet im Weinviertel untersucht: Naturbasierte Lösungen sorgen für mehr Bodenwasser, senken Dürre-Risiken und sichern Erträge der Landwirtschaft – WWF fordert „grünes Sicherheitsnetz“ für Österreich
Dürre spitzt Lage zu: WWF warnt vor Austrocknung der Unteren Lobau
Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf










