Steigende Klimarisiken erfordern mehr Transparenz und Vorsorge – Minister Totschnig soll bis Jahresende Klima-Sicherheitsbericht vorlegen – Stopp für riskanten Kaunertal-Ausbau gefordert
Unökologisches und unrentables Murkraftwerk spaltet Graz
Presseaussendung WWF
Wien, Graz am 21. Oktober 2016 – Der politische Schachzug des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl, die Volksbefragung zum geplanten Murkraftwerk per Bescheid zu verhindern hat weitreichende Folgen: Neuwahlen in der steirischen Landeshauptstadt werden immer wahrscheinlicher. Der WWF warnt in dieser unübersichtlichen Situation davor, mit dem Bau des umstrittenen Kraftwerks Graz-Puntigam zu beginnen. Die Umweltorganisation appelliert an die Grazer Stadtregierung, eine Nachdenkpause einzulegen, damit nicht noch mehr Öl ins Feuer gegossen wird. Diese Pause sollte dazu genützt werden, die Volksbefragung auf Basis des Votums der Grazer BürgerInnen vorzubereiten und in Ruhe durchzuführen. Erst danach sollte über einen Baustart nachgedacht und Gespräche mit Investoren geführt werden.
Derzeit prüft die Wien Energie eine mögliche 50-Prozent-Beteiligung am Murkraftwerk – eine Entscheidung, die sich nicht nur auf finanzielle Aspekte beschränken darf, ist Gebhard Tschavoll vom WWF Alpenflüsseprogamm überzeugt: „Als Investor sollte man sich gut überlegen, ob man ein Vorhaben mit erheblicher sozialer Sprengkraft fördert, an dem sogar eine Stadtregierung scheitern könnte,“ so Tschavoll. Nicht von ungefähr hätten sich sowohl der Verbund als auch die EVN bereits aus dem Projekt Graz-Puntigam zurückgezogen, das Österreichs teuersten Strom aus Wasserkraft produzieren würde: Bereits Anfang des Jahres prognostizierte der renommierte Energieexperte Jürgen Neubarth auf Basis offizieller Daten der Energie Steiermark, dass eine Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks Graz-Puntigam auch in 50 Jahren nicht erreicht werden könne – egal wie gut oder schlecht es betrieben würde.
Der WWF fordert daher, die Mittel der Steuerzahler in zukunftsfähigere Projekte zu investieren, als in ein unrentables, unökologisches und gesellschaftlich umstrittenes Kraftwerk, das nur mittels Ausnahmebewilligung durchzuboxen war und nun droht, die Grazer Bevölkerung zu spalten.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Gebhard Tschavoll, WWF-Flussexperte, Tel. 0676/83 488 303
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Rechenzentrum Stetten: WWF fordert Stopp der Umwidmung auf der grünen Wiese
4,3 Hektar Ackerfläche sollen zu Bauland werden – Naturschutzorganisation verlangt Prüfung von Brachflächen und Offenlegung aller Umweltfolgen
WWF zu CO₂-Speicherung: CCS nur für unvermeidbare Restemissionen
Umweltschutzorganisation warnt vor Freibrief für fossile Geschäftsmodelle – Vorrang für Emissionsvermeidung – Strenge Grenzen bei geplanter Öffnung für CO₂-Speicherung
Finale bei Österreichs Flusswahl: Noch bis 1. September abstimmen
Neun Flüsse aus allen Bundesländern stehen zur Wahl – Extreme Trockenheit und Hitze setzen Gewässer und Fische unter Druck – WWF ruft zu starkem Zeichen für lebendige Flüsse auf
WWF-Erfolg: Brutflöße sorgen für Jungvogel-Boom an der March
Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!
600 Tötungen pro Jahr: WWF kritisiert geplante Biber-Verordnung in Niederösterreich
Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
Klimagesetz: WWF begrüßt Klimaneutralität 2040, kritisiert fehlende Verbindlichkeit
Umweltschutzorganisation fordert ambitionierten und verbindlichen Klimafahrplan, andernfalls droht Etikettenschwindel – Fokus auf natürlichen Klimaschutz und Renaturierung gefordert
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt










