Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Update der Roten Liste: Mehr als ein Viertel der Arten weltweit bedroht
Die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) schlägt angesichts der heute bei der Klimakonferenz COP28 in Dubai veröffentlichten Aktualisierung der internationalen Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten Alarm. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft darin 44.016 von 157.190 erfassten Arten in unterschiedlichen Kategorien als bedroht ein. “Dass mehr als ein Viertel der weltweiten Arten bedroht sind, ist ein Zeugnis für den dramatischen Zustand unseres Planeten. Wir müssen unsere letzten verbleibenden Naturräume dringend besser schützen und endlich wirksame Maßnahmen gegen die Klimakrise beschließen”, fordert Georg Scattolin, Leiter des internationalen Programms beim WWF Österreich. Das Update der Roten Liste zeigt dieses Jahr ein besorgniserregendes Ausmaß von gefährdeten Amphibien und Süßwasserfischen: 25 Prozent aller Arten von Süßwasserfischen weltweit sind demnach bedroht. “Der Rückgang dieser Arten ist eine deutliche Folge der massiven Zerstörung ihrer Lebensräume – insbesondere Flüsse und Feuchtgebiete sind durch Verbauung stark gefährdet”, erklärt Scattolin und verweist darauf, dass weltweit nur mehr ein Drittel der großen Flüsse frei fließen kann – der Großteil ist durch Dämme unterbrochen. Außerdem zeigt sich der Zusammenhang zwischen Klimakrise und Artensterben immer deutlicher: Für 39 Prozent aller Amphibienarten ist die Klimakrise mittlerweile die größte Bedrohung. 17 Prozent der Süßwasserfische leiden bereits unter der Erderhitzung.
Der WWF Österreich fordert angesichts der Ergebnisse einen ambitionierteren Natur- und Klimaschutz: “Wir müssen unsere letzten verbleibenden Naturjuwele dringend erhalten – und insbesondere den massiven Flächenfraß stoppen. Denn eine intakte und vielfältige Natur ist unsere beste Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise und das weltweite Artensterben”, sagt Scattolin. Wo möglich, müssen daher bereits zerstörte Naturräume dringend wiederhergestellt werden.
Eine deutliche Zunahme verzeichnet auch die Liste an selten gewordenen Baumarten – vor allem begehrte Holzlieferanten, wie die amerikanische Mahagoni, sind bedroht. Ihr Bestand ist in den letzten 180 Jahren um 60 Prozent zurückgegangen. “Regenwälder sind wahre Schatzkammern der Artenvielfalt und zudem wichtige Kohlenstoffspeicher. Wir müssen sie besonders vor der Ausbeutung und Zerstörung bewahren – etwa durch ein starkes EU-Waldschutzgesetz“, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich.
Hintergrund:
Die Rote Liste ist ein Indikator für den Zustand der Biodiversität. Herausgegeben wird die Rote Liste in regelmäßigen Abständen von der Weltnaturschutzunion IUCN. Für die Erstellung Roter Listen werten Experten auf wissenschaftlichen Grundlagen alle relevanten und zugänglichen Daten aus. Die internationale Rote Liste gefährdeter Arten gibt es seit 1963, seitdem wird sie ständig aktualisiert. Herausgeberin ist die Weltnaturschutzunion IUCN. Das ist das größte und älteste Netzwerk für weltweiten Naturschutz. Als Dachverband bringt die IUCN Ministerien und Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler aus mehr als 160 Staaten zusammen.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.










