Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
VCÖ und WWF: Jährlich kommen mehr als 20.000 Hasen im Straßenverkehr unter die Räder
Der Straßenverkehr ist für Hasen ein gefährliches Pflaster. Pro Jahr werden in Österreich mehr als 20.000 Hasen von Kfz niedergefahren und getötet, machen VCÖ und WWF aufmerksam. Zusätzlich verlieren mehr als 50.000 andere Wildtiere, wie Rehe, Fasane und Füchse, durch den Straßenverkehr ihr Leben. Der Lebensraum der Tiere wird durch den massiven Bodenverbrauch massiv eingeschränkt, allein in den vergangenen zehn Jahren hat der Flächenverbrauch des Verkehrs um über 60 Quadratkilometer zugenommen. VCÖ und WWF fordern daher eine deutliche Reduktion des Flächenverbrauchs sowie einen Stopp der Zersiedelung.
Gerade jetzt sind viele Hasen unterwegs. Es ist Paarungszeit. Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. „Österreich wird von mehr als 126.000 Kilometern Straßen durchzogen. Und damit wird der Lebensraum der Hasen und auch vieler anderer Wildtiere zerschnitten. Der Straßenverkehr wird vielen Tieren zum tödlichen Verhängnis“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Pro Jahr werden mehr als 20.000 Feldhasen und Wildkaninchen in Österreich von Kfz niedergefahren und getötet.
Die Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass allein seit dem Jahr 2010 die Verkehrsflächen in Österreich um über 60 Quadratkilometer zugenommen haben. Das entspricht der gesamten Fläche der Stadt Salzburg. “Das dichte Straßennetz zerschneidet den Lebensraum von Hasen und anderen Wildtieren. In den vergangenen zehn Jahren wurde täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut. Wir brauchen daher auch bei großen Verkehrsprojekten ein Umdenken”, fordert Maria Schachinger, Bodenschutz-Sprecherin des WWF Österreich. Ein österreichweiter Bodenschutzvertrag soll den massiven Flächenverbrauch verbindlich in die Schranken weisen. “Neben einer Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems braucht es auch eine große Naturschutz-Offensive, um die Artenvielfalt zu erhalten”, betont Maria Schachinger.
Ein Treiber des massiven Flächenverbrauchs ist auch die Zersiedelung. Supermärkte, Betriebsanlagen oder Wohnsiedlungen außerhalb der Orte verbrauchen für sich sowie Zufahrstraßen und Parkplätze enorme Bodenflächen. VCÖ und WWF fordern daher einen Stopp der weiteren Zersiedelung und die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung. “Österreich hat bereits ein dicht ausgebautes Straßennetz. Angesichts der zunehmenden Klima- und Biodiversitätskrise ist ein weiterer Ausbau nicht mehr gerechtfertigt”, betonen VCÖ und WWF.
„Wir brauchen einen sorgsameren Umgang mit der Natur. Es ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, erinnert VCÖ-Sprecher Gratzer. Zusätzlich zu den über 20.000 Feldhasen werden durch den Straßenverkehr weitere über 50.000 Wildtiere pro Jahr getötet, wie etwa Rehe, Fasane, Füchse, Dachse oder Rebhühner.
Im Bundesländer-Vergleich fielen zuletzt in Niederösterreich die meisten Hasen dem Straßenverkehr zum Opfer, nämlich 8.644, berichtet der VCÖ. Es folgen Oberösterreich (5.329), das Burgenland (2.768) und mit der vierthöchsten Opferzahl die Steiermark (2.246) vor Salzburg (533) und Kärnten (531).
VCÖ: Mehr als 20.000 Feldhasen werden jährlich Opfer des Kfz-Verkehrs
(Anzahl durch Kfz-Verkehr getötete Feldhasen im Jagdjahr 2020/2021)
Österreich: 20.110
Niederösterreich: 8.644
Oberösterreich: 5.329
Burgenland: 2.768
Steiermark: 2.246
Salzburg: 533
Kärnten: 531
Wien: 43
Vorarlberg: 16
Tirol: 0
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.









