Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf
Videobeweis: Sibirischer Tiger erobert China zurück
Wien/Wangqing, China, 19. Februar 2015 – Eine Kamerafalle des WWF hat im nordostchinesischen Wangqing-Reservat 30 Kilometer westlich der Russischen Grenze eine Tigerin mit ihren fröhlich spielenden Jungen aufgenommen. Bei den Aufnahmen handelt es sich um das erste Infrarot-Video von Tigern in dieser abgeschiedenen Region von China. „Es ist zwar noch viel zu früh, von einer stabilen chinesischen Tigerpopulation zu sprechen. Dennoch gibt das Video Anlass zur Hoffnung, dass sich die Tiger langsam aber beständig ihren ehemaligen Lebensraum in China zurückerobern“, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. Mit bis zu 300 Kilogramm Gewicht und drei Meter Körperlänge ist der Sibirische Tiger die größte Raubkatze der Erde.
Bisher bildeten Pfotenabdrücke den einzigen Beweis für die Existenz von Tigern in der unzugänglichen Grenzregion zwischen China und Russland. Umso erfreulicher ist für die WWF-Experten, dass es nun gelungen ist, eine Tigerfamilie auf Zelluloid zu bannen. Die beiden, noch namenlosen, Stars des Zehn-Sekunden-Videos sind Tigerbabys im Alter von etwa ein bis eineinhalb Jahren, bestätigte Professor Jiang Guangshun, Vizedirektor des chinesischen Zentrums für Großkatzenforschung der staatlichen Forstverwaltung.
Für Shi Quanhua, Leiter des Großkatzenprogramms des WWF China, bestätigen die atemberaubenden Aufnahmen die stetige Ausbreitung des Sibirischen Tigers in China. Seit 2010 betreibt der WWF im Wangqing-Hunchun-Suiyang-Dongning Gebiet ein Schutzprogramm für den Sibirischen Tiger. Die Schutzmaßnahmen umfassen unter anderem die Schaffung und Vernetzung von Schutzgebieten und Wanderkorridoren, die Wiederansiedlung von Tiger-Beutetieren wie Hirschen sowie der Kampf gegen Wilderei. Für die Erforschung der Tigerbestände wurden über hundert Infrarotkameras in weitgehend unzugänglichen Gebieten aufgestellt. Die jahrzehntelange Naturschutzarbeit für die Etablierung einer Population im Landesinneren Chinas scheint nun Früchte zu tragen.
Sibirische Tiger waren einst in ganz Nordchina, dem russischen Fernen Osten und der koreanischen Halbinsel heimisch. Seit den 1940er Jahren wurde die Art durch gnadenlose Jagd an den Rand des Aussterbens getrieben, bis nur noch 40 Individuen übrig waren. Als erstes Land der Erde hat Russland Tigern umfassenden Schutz gewährt. Seither ist die Anzahl der Sibirischen Tiger auf 400 gestiegen, von denen der überwiegende Teil in Russland, und etwa 18 bis 20 in den Grenzgebieten zu China leben. Insgesamt bevölkern noch 3.200 wildlebende Tiger die Erde.
Der WWF arbeitet mit allen 13 Tigerstaaten zusammen, und hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der wild lebenden Tiger bis zum nächsten chinesischen Jahr des Tigers 2022 auf mehr als 6.000 Exemplare zu verdoppeln. Im vergangenen Jahr haben sich alle Regierungschefs auf eine Zählung ihrer Tigerpopulationen geeinigt. Die Ergebnisse dieser globalen Tigerzählung werden für 2016 erwartet.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01 488 17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF warnt: Drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich mit Niedrigwasser
Extreme Trockenheit setzt Gewässer und Arten stark unter Druck – Besondere Betroffenheit in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten – WWF fordert Schutzpaket für Flüsse
WWF fordert Sieben-Punkte-Plan gegen zunehmende Dürre
„Österreichs Wasserpolitik nicht klimatauglich“ – WWF fordert mehr Wasserrückhalt, weniger Versiegelung und konsequente Renaturierung – Biber als natürlichen Helfer fördern
Studie der Uni Graz: Fehlende Klimapolitik gefährdet Budgetsanierung
Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen













