Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Vor den Toren Vorarlbergs: Erstmals Wolfsnachwuchs in der Schweiz
Wien, am 7. September 2012 – Nur 20 Kilometer von Österreich entfernt, gibt es zum ersten Mal seit 150 Jahren wieder Jungwölfe in der Schweiz. Vor fast 20 Jahren ist der ehemals ausgerottete Wolf in unser Nachbarland zurückgekehrt. Nachwuchs gab es bei den am Calanda-Bergkamm im Kanton Graubünden beheimateten Tieren bisher keine. Zwei in den letzten Tagen beim Amt für Jagd und Fischerei Graubünden unabhängig voneinander gemeldete Beobachtungen von Wolfswelpen bestätigen, dass die Tiere Nachwuchs bekommen haben. Es ist dies der erste gesicherte Nachweis eines Wolf-Familienrudels in der Schweiz seit der Rückkehr des Beutegreifers.
Tagelang war darüber gerätselt worden, ob es tatsächlich wieder Wolf-Nachwuchs in der Schweiz gibt. Ein Foto hat jetzt Klarheit gebracht: Ein Welpe tappte in eine Fotofalle. Dieser Nachweis bestätigt nun die Vermutungen einer ersten Wolfsfamilie in diesem Gebiet und in der Schweiz.
Gemäß den beim Amt für Jagd und Fischerei Graubünden gemeldeten Beobachtungen, soll es sich um mindestens drei Welpen handeln. Seit mehr als zwei Jahren wurden in diesem Gebiet immer wieder zwei Wölfe (die Elterntiere) nachgewiesen. Die Bilder der Fotofalle bestätigen nun diese Beobachtungen. "Die erste Wolfsfamilie nach so langer Zeit ist ein großartiger Erfolg für den Naturschutz", freut sich Christian Pichler vom WWF. Zugleich sieht Pichler diese Ereignisse jedoch als Herausforderung für das Österreichische Wolfs-Management. "Jetzt muss sich Österreich um so rascher auf den Wolf, der im ganzen EU-Raum streng geschützt ist, einstellen."
Vor allem bei den Landwirten ist die Sorge vor der Rückkehr der Wölfe groß, da der Beutegreifer neben Wildtieren auch ungeschützte Nutztiere wie Schafe reißen können. Viele Probleme ließen sich durch Aufklärungsmaßnahmen und klar geregelte Zuständigkeiten vermeiden oder abmildern. „Jetzt muss endlich der fast fertig gestellte Managementplan von den zuständigen Bundesländern beschlossen und umgesetzt werden", fordert Pichler. Neben der Beobachtung der Wanderbewegungen müssten in Österreich auch die Herdenschutzmaßnahmen vorangetrieben, sowie Schadensabgeltung und Aufklärungsarbeit optimiert werden.
Derzeit erlebt Österreich – bedingt durch die steigenden Bestände in den Nachbarstaaten – eine Rückkehr des Wolfes. Zwei bis drei Tiere wurden 2011 bei uns nachgewiesen. Zu Jahresbeginn 2012 konnte der besenderte slowenische Wolf „Slavc“ in Kärnten, Osttirol, der Steiermark und Salzburg nachgewiesen werden. Bereits seit zwei Jahren lebt ein männlicher Wolf, der aus den Westalpen stammt, im niederösterreichischen Schneeberggebiet.
Rückfragehinweis und Fotofallen-Foto:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at;
Christian Pichler, WWF-Wolfsexperte, Tel. 01/48817-279, E-Mail: christian.pichler@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.













