Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Warum die Wälder brennen
Wien, 26.07.2007 – Ein Großteil aller weltweiten Waldbrände könnte verhindert werden. Dies ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten WWF-Studie. Demnach haben nur noch vier Prozent der Brände eine natürliche Ursache wie zum Beispiel Blitzschlag. "In allen anderen Fällen ist der Mensch verantwortlich", sagt Nina Griesshammer, Waldexpertin des WWF. "Allein mit gescheiter Waldbewirtschaftung könnten hunderttausende Bäume jährlich vor den Flammen bewahrt werden." Die Hauptursachen für die verheerenden Waldbrände seien Brandstiftung und zu künstlich angelegte Wälder, gefolgt von Hitzewellen und Wassermangel. Der WWF fordert ein Ende der Monokultur-Wälder, die Rückkehr zu heimischen Baumarten sowie die konsequente Strafverfolgung von Brandstiftern.
"Es ist jedes Jahr das Gleiche", klagt Griesshammer. "Im Mittelmeerraum kann man schon die Uhr danach stellen, wann es wieder brennen wird." Die Feuersbrünste werden immer dramatischer: Seit den 1960er Jahren hat sich die durchschnittliche jährliche Waldbrandfläche im Mittelmeerraum vervierfacht. Jedes Jahr gibt es dort rund 50.000 Brände, denen nach Angaben der FAO etwa 800.000 Hektar Wald zum Opfer fallen – das entspricht der Fläche Korsikas. Besonders betroffen sind Spanien, Portugal, Italien und Griechenland.
"Aufgrund des Klimawandels müssen wir davon ausgehen, dass Dürren und extreme Hitzewellen immer häufiger werden", sagt Griesshammer. "Wir müssen deshalb schnell weg von eintönigen Baumreihen, in denen sich Feuer rasend schnell ausbreiten." Oberste Priorität müsste die Vorbeugung von Bränden haben: "Wir müssen auf Kahlschläge und das Anpflanzen fremdländischer Bäume verzichten", fordert die WWF-Expertin. Ein prominentes Negativ-Beispiel seien die Eukalyptus-Monokulturen in Portugal, die die ehemals verbreiteten und feuerfesten Korkeichen verdrängt haben. "Deshalb nimmt Portugal heute den europäischen Spitzenplatz bei der Waldbrandgefahr ein."
Laut WWF kann sich ein Wald oft nicht mehr selbstständig von den Folgen des Brandes erholen. Nicht selten sind die verbrannte Fläche und damit das gesamte Ökosystem mit den darin lebenden Pflanzen und Tieren unwiederbringlich verloren.
Kontakt:
Markus Niedermair, WWF-Klimaexperte,
01/488 17-252 oder 0676-83488-252
Astrid Deilmann, Pressestelle WWF, (069) 79 144 153
Die Studie "Wälder in Flammen" und weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier: www.wwf.de/waldbraende
Interviewpartnerin: Nina Griesshammer, WWF-Waldexpertin, (069) 79 144 194 oder (0162) 29 1
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