Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Warum Tirol Ruhegebiet wird
Nach der Ruhendstellung der Kraftwerke Kaunertal und Isel und dem Tiefschlaf des Regionalkraftwerks Mittlerer Inn und in Tumpen könnte man meinen, ganz Tirol werde langsam zum Ruhegebiet. Seit 10 Jahren plant die TIWAG und kann doch nirgends landen. Was steckt dahinter – eine plötzliche Einsicht in die Schutzwürdigkeit des Naturerbes? Wohl kaum. Aber wer jahrelang versucht, Gesetze um umweltschädliche Kraftwerke herumzubasteln statt von Anfang an naturverträgliche Standorte zu wählen und stur an Projekten wie im Kaunertal festhält, will es offenbar genau wissen. Mit der ebenso hartnäckigen Gegenseite – von NGOs über Grundbesitzer, Gemeinden, Kajaksportler und Fischer – und dem wieder erstarkten Rückgrat der Grünen, die sich nun doch dazu durchgerungen haben, nicht alle Großvorhaben abzuknicken, haben ÖVP und TIWAG nicht gerechnet. Am schwersten wiegt jedoch wohl die dreist zur Schau gestellte „Mir-san-mir“- Einstellung einzelner TIWAG Funktionäre, die schlussendlich auch Regula Imhof zu ihrem Rückzug veranlasst hat. „Die TIWAG ist halt ein Männerbund“ hörte man von Grüner Seite dazu nur. Dabei müssen Land und TIWAG begreifen, dass die Zeit des Drüberfahrens vorbei ist. Denn die Energiewende kann nicht verordnet oder befohlen werden, sondern lässt sich nur gemeinsam erarbeiten. Dazu sind – vielleicht außer ein paar Männerbünden – alle betroffenen Gruppierungen bereit.
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