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Welt-Wasserkonferenz in Marseille: Kampf gegen globale Wasserkrise
Wien/Marseille, 12. März 2012 – Anlässlich der Eröffnung des Weltwasserforums 2012 in Marseille am heutigen Montag warnt die Umweltschutzorganisation WWF in einer aktuellen Analyse vor einer weiteren Zuspitzung der globalen Wasserkrise. So ist es allein seit der Jahrtausendwende weltweit zu über 50 Konflikten mit Gewalteinwirkung aufgrund der Nutzung von Wasser gekommen. Die steigende Nachfrage nach Energie, Nahrung und sauberem Wasser wird die schwelende Wasserkrise noch weiter verschärfen und vermehrt zu Konflikten führen. Der WWF fordert daher einen globalen und verbindlichen Aktionsplan zur Bekämpfung der Wasserproblematik. „Es mangelte dem Weltwasserforum in der Vergangenheit leider an Verbindlichkeit. Die Politik muss jedoch endlich auf die Krise reagieren“, so Martin Geiger, Wasser-Experte des WWF und fordert Österreich auf, die UN-Fluss-Konvention zu unterzeichnen. Das Weltwasserforum muss klare Zielvorgaben als Beschlussgrundlage für den UN-Umweltgipfel Rio+20 im Juni definieren.
Allein die Tatsache, dass neun Staaten, nämlich Brasilien, Russland, China, Kanada, Indonesien, Indien, Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo und die USA, über 60 Prozent der weltweit verfügbaren Süßwasservorkommen haben, kann bei einer Verschärfung der Wasserkrise wie ein Brandbeschleuniger wirken. „Auch wenn in Westeuropa die Situation derzeit weitgehend entspannt ist, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns bereits mitten in einer globalen Wasserkrise befinden“, warnt Geiger. Die Ressource Wasser wird, so der WWF-Experte, immer knapper. Das ist in erster Linie eine Folge von Verschwendung, Missmanagement und ineffizienter Bewässerung. „Eine Verschärfung der weltweiten Wasserkrise wird die öffentlichen Gesundheitskosten steigen lassen, die wirtschaftliche Entwicklung ausbremsen, ökologische Probleme verschärfen und zu schwerwiegenden sozialen und geopolitischen Spannungen und Konflikten führen“, fasst Geiger die Ergebnisse der WWF-Analyse zusammen. Die Folgen würden nach Geigers Einschätzung auch die EU treffen. Es drohten Landflucht in Südeuropa, Kollaps der Landwirtschaft in Teilen des Mittelmeers und ein Ende des Tourismus in einigen beliebten Urlaubsregionen, so der WWF-Experte.
Die Delegierten müssen ihre jeweiligen Regierungen dazu auffordern endlich die UN-Fluss-Konvention (UN Water Courses Convention) zu unterzeichnen. Das Papier soll ein partnerschaftliches, zwischenstaatliches Management für Wassersysteme garantieren, die internationale Grenzen überschreiten und ist nach WWF-Einschätzung entscheidend, um zukünftig Wasserkonflikte zwischen Nationalstaaten vorzubeugen oder zu schlichten. Es ist für die gesamte Europäische Staatengemeinschaft eine Blamage, dass zahlreiche EU-Staaten wie etwa Österreich, Großbritannien oder Dänemark die Konvention noch nicht unterzeichnet hätten. Aktuell müssten noch elf Nationen die Konvention ratifizieren, damit diese endlich in Kraft treten könne.
Das Weltwasserforum findet seit 1997 alle drei Jahre statt und ist eine der größten, internationalen Konferenzen von Wissenschaftlern, Politikern und Experten aus aller Welt. Vom 12. bis 17. März werden mehr als 20.000 Teilnehmer in Marseille erwartet, darunter zahlreiche Staats- und Regierungschefs.
Weitere Informationen
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
WWF-Analyse zu „Water Conflicts“ unter www.wwf.de/presse, www.wwf.de/weltwasserforum
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