Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
Weltnaturkonferenz: WWF ortet großen Nachholbedarf bei österreichischer Biodiversitätsstrategie

Am 21. Oktober startet die 16. UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP16) in Cali, Kolumbien. Zu diesem Anlass fordert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich eine Nachschärfung der nationalen Biodiversitätsstrategie: “Österreich hat sich durch die Unterzeichnung des Weltnaturabkommens dazu verpflichtet, eine nationale Strategie gegen den fatalen Verlust der biologischen Vielfalt auszuarbeiten. Die derzeit skizzierten Maßnahmen reichen dafür aber bei weitem nicht aus”, kritisiert WWF-Biodiversitätssprecher Joschka Brangs, der ab 25. Oktober selbst an der COP16 teilnehmen wird. Der WWF fordert daher von der künftigen Bundesregierung einen konkreten Aktionsplan zur Erreichung der gesteckten Ziele, inklusive klarer zeitlicher Vorgaben, gesicherter Finanzierung und eindeutiger Zuständigkeiten. “Österreich kann von einer ambitionierten Umsetzung der Biodiversitätsstrategie massiv profitieren, denn intakte Ökosysteme erhöhen die Krisensicherheit des Landes und zahlen sich auch volkswirtschaftlich aus”, erklärt Joschka Brangs.
Österreichweit herrscht großer Handlungsbedarf. Derzeit sind über 80 Prozent der FFH-geschützten Arten und Lebensraumtypen in keinem günstigen Erhaltungszustand und nur noch 14 Prozent der Flüsse sind ökologisch intakt. Gleichzeitig sind 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen zerstört. “Der Aktionsplan muss daher einen speziellen Fokus auf die Renaturierung beeinträchtigter Ökosysteme legen, insbesondere von Wäldern, Mooren, Flüssen und anderen Feuchtgebieten”, erklärt Joschka Brangs vom WWF. Ein wichtiges Instrument dafür ist die kürzlich in Kraft getretene EU-Renaturierungsverordnung, die umfangreiche Wiederherstellungs-Maßnahmen in der EU vorsieht. “Die Verordnung gibt bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen vor, mit denen sich auch die globalen Vorgaben erfüllen lassen”, sagt Brangs. Zudem braucht es einen Bodenschutz-Vertrag mit verbindlicher Obergrenze für den Flächenverbrauch. Darüber hinaus müssen das Schutzgebietsmanagement verbessert und die Schutzgebiete auf 30 Prozent der Landesfläche ausgeweitet werden – wobei ein Drittel davon unter strengen Schutz gestellt werden muss. Um die Finanzierung dieser Maßnahmen sicherzustellen, muss Österreich den nationalen Biodiversitätsfonds auf eine Milliarde Euro aufstocken.
Globaler Artenrückgang
Hintergrund für die Weltnaturkonferenz ist die weltweit in besorgniserregendem Tempo sinkende Biodiversität. So zeigt beispielsweise der neue “Living Planet Report” des WWF, dass die global untersuchten Bestände von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen seit 1970 um 73 Prozent zurückgegangen sind. “Das ist ein Alarmsignal für den dramatischen Zustand der Natur – und damit unserer Lebensgrundlagen”, warnt Joschka Brangs. “Denn die Ernährungssicherheit und die Gesundheit von Milliarden Menschen hängt unmittelbar von intakten Ökosystemen ab. Verschwinden sie, droht auch uns Menschen eine lebensbedrohliche Krise.”
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen









