22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Weltweit werden über 930 Millionen Tonnen verkaufte Lebensmittel verschwendet
Nairobi/Paris, am 4. März 2021. In nur einem Jahr werden weltweit geschätzte 931 Millionen Tonnen an bereits verkauften Lebensmitteln verschwendet, kurz bevor sie auf den Teller kommen. Das deckt ein am Donnerstag veröffentlichter UN-Report auf. Fast ein Fünftel (17 Prozent) der Lebensmittel, die auf der Konsum-Ebene im Jahr 2019 verfügbar waren, landeten demnach in den Müllkübeln von Haushalten, Handel, Restaurants und anderen Dienstleistern. “Umgerechnet entspricht das 23 Millionen voll beladenen 40-Tonnen-Lastern, die aneinandergereiht sieben Mal die Erde umrunden würden. Das ist eine unerträgliche Verschwendung wertvoller Ressourcen”, sagt Olivia Herzog vom WWF Österreich zu den Schätzungen. Die Umweltschutzorganisation fordert daher eine weltweite Kehrtwende und zumindest eine Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030. “Das globale Ernährungssystem befeuert die Klimakrise und das Artensterben. Daher muss weltweit sorgfältiger mit Lebensmitteln umgegangen werden”, fordert Olivia Herzog unter Verweis auf die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der großen Verschwendung. Denn zugleich konnten 2019 fast 700 Millionen Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden.
Laut dem UN-Bericht geht der mit Abstand größte Teil der Verschwendung von Haushalten aus, gefolgt von der Außer-Haus-Verpflegung und Einzelhandelsgeschäften. Laut den Schätzungen werden auf globaler Pro-Kopf-Ebene jedes Jahr im Schnitt 121 Kilo Lebensmittel verschwendet, davon 74 Kilo in Haushalten – wobei es hier eine unsichere Datenlage zu berücksichtigen gilt. Zudem sagt die Studie, dass “acht bis zehn Prozent” der globalen Treibhausgasemissionen mit nicht verbrauchten Lebensmitteln in Verbindung gebracht werden können, wenn man auch die Verluste vor der Verbraucherebene berücksichtigt. "Je weniger Lebensmittel verschwendet werden, desto besser – aber in den nationalen Klimaplänen findet sich dazu bisher wenig bis nichts. Die Politik sollte daher dringend verbindliche Aktionspläne für die gesamte Wertschöpfungskette vorlegen", fordert Olivia Herzog vom WWF.
Der am Donnerstag veröffentlichte Food Waste Index Report 2021 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und ihrer Partnerorganisation WRAP legt die besondere globale Bedeutung von Lebensmittelverschwendung offen. Erstmals wird eine Drei-Stufen Methode zur Messung von Lebensmittelabfällen vorgelegt, die in Einzelhandelsgeschäften, Restaurants und Haushalten anfallen. Dabei wurden sowohl Lebensmittel als auch ungenießbare Teile wie Knochen und Schalen gezählt.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation WWF Österreich
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













