95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren
Anlässlich der aktuellen Minusgrade ruft der WWF Österreich zu besonders rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf. Denn die derzeitigen Tiefsttemperaturen stellen viele heimische Wildtiere vor große Herausforderungen. „Energiesparen ist jetzt überlebenswichtig. Stress oder unnötiges Fluchtverhalten sind in dieser Phase besonders schädlich. Wir bitten daher, den Tieren ihren Raum und ihre Ruhe zu geben”, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Konkret empfiehlt der WWF, bei Spaziergängen und Wanderungen auf markierten Wegen zu bleiben, sich ruhig zu verhalten und ausreichend Abstand zu Wildtieren zu halten. Hunde sollten zudem an die Leine genommen werden. „Wer diese einfachen Regeln beachtet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt”, sagt Christian Pichler vom WWF.
Seeadler: Balzzeit unter schwierigen Bedingungen
Eine heimische Art, die derzeit besonders gefordert ist, ist der Seeadler. Die Tiere befinden sich derzeit am Höhepunkt der Balzzeit. Die Paare werben dabei in gemeinsamen Balzflügen über ihren Revieren und verteidigen diese gegen Eindringlinge. Dabei kommt es im Flug auch zu heftigen Auseinandersetzungen mit Artgenossen. Nach der Balz folgt rasch die Paarung und bereits Ende Jänner oder Anfang Februar legen die ersten Paare ihre Eier. Gerade in dieser sensiblen Phase ist Ruhe im Brutrevier entscheidend. Jede Störung beim Horst kann dazu führen, dass die Seeadler das Nest verlassen und die Eier oder Jungvögel nicht überleben.
Luchse kurz vor der Paarungszeit
Mit nur 30 bis 35 Individuen ist der Luchs in Österreich weiterhin vom Aussterben bedroht. Die Tiere sind zwar hervorragend an die Winterkälte angepasst – ihre breiten Pfoten wirken wie Schneeschuhe und ihr dichtes Fell schützt sie vor Kälte. Doch auch Luchse müssen im Winter sparsam mit ihrer Energie umgehen. Jede Störung bedeutet Stress und kostet wertvolle Kraft. Ab Februar beginnt zudem die Paarungszeit – eine besonders kritische Phase. Die im Mai geborenen Jungtiere ziehen noch mit ihren Müttern umher, doch nur etwa jeder zweite Luchs schafft später den Sprung in ein eigenständiges Leben mit eigenem Revier. „Auch wenn der Luchs extrem selten ist, bitten wir auch hier um besondere Rücksichtnahme – vor allem in der nieder- und oberösterreichischen Grenzregion zu Bayern und Böhmen, wo mit bis zu 25 Tieren die größte heimische Population lebt”, sagt Christian Pichler vom WWF.
Biber und Fischotter zusätzlich durch Abschüsse bedroht
Im Fall von Biber und Fischotter kommen zu den Entbehrungen des Winters wie Nahrungsmittelknappheit und Stress noch rechtswidrige Tötungsverordnungen als weitere Belastung hinzu. In Bundesländern wie Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurden zuletzt entsprechende Rechtsnormen gegen den Biber erlassen. Auch beim Fischotter gelten mittlerweile in fünf Bundesländern aus Sicht des WWF rechtswidrige Tötungsverordnungen. Da sich Fischotter ganzjährig fortpflanzen und somit auch im Winter Nachwuchs haben können, treffen Abschüsse die Tiere besonders hart: Jungtiere bleiben dann schutzlos zurück und verhungern. „Die Bundesländer müssen ihre populistische Abschuss-Politik sofort beenden und für eine konfliktarme Koexistenz auf wissenschaftlich fundierte Lösungen setzen: Das heißt auch, den Tieren den nötigen Raum in der Natur zuzugestehen.”, sagt WWF-Experte Christian Pichler.
Bilder hier.
News
Aktuelle Beiträge
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele










