Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Wolf in Tirol: Zusammensetzen statt Abschießen
Wien, Innsbruck, am 19. August 2010 – Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Steixner schlägt in einem aktuellen Schreiben an Umweltminister Niki Berlakovich die Schaffung einer zentralen Stelle für ganz Österreich als Ansprechpartner für von Wölfen betroffene Schafhalter vor. “Ein von uns lang geforderter nationaler Aktionsplan für das kompetente und effiziente Management von Beutegreifern ist dadurch in greifbare Nähe gerückt”, begrüßt Christoph Walder vom WWF den Vorstoß des Landes Tirol und bietet die Hilfe des WWF bei der Realisierung (des Vorschlages) an. Denn von der Wiederkehr des Wolfes ist nicht nur Tirol, sondern auch alle anderen Bundesländer betroffen. Sie alle würden von einem einheitlichen Vorgehen profitieren.
"Nun müssen rasch Österreich weit Informations- und Öffentlichkeitsprojekte durchgeführt werden," so Walder. Neben Herdenschutz und anderen Präventionsmaßnahmen, wie etwa die aktive Behütung ist die länderübergreifende Beobachtung der Wanderbewegungen der Wölfe zentral.
Einige Bundesländer wie Tirol oder Kärnten bemühen sich sehr um ein effizientes Management. “Weil sich die Tiere aber an keine Grenzen halten, ist eine intesive Zusammenarbeit der Bundesländer über das bisherige Niveau hinaus dringend erforderlich”erklärt Walder vom WWF. "Einige Bundesländer", so Walder, "sind derzeit auf die Tatsache, dass große Beutegreifer wie Luchs und Wolf in Zukunft verstärkt weite Teile unseres Landes besuchen werden, völlig unzureichend vorbereitet."
Wildtierexperten rechnen bereits seit Jahren mit der verstärkten Einwanderung von Wölfen aus Populationen der Nachbarländer nach Österreich. Die Wölfe gelangen aus Italien und der Schweiz, Slowenien und dem Nordosten (Karpaten, Ostdeutschland, Polen) in unser Bundesgebiet.
„Aktuell werden wohl drei bis fünf Wölfe in Österreich leben. Als effiziente Jäger ernähren sich diese Wildtiere auch von Schafen und anderen Nutztieren, wenn diese nicht entsprechend geschützt sind”, sagt Walder.
Wenngleich der Wolf für den Menschen keinerlei Gefahr darstellt, muss die behördliche Abgeltung von Schäden an Nutztieren klar geregelt sein, damit ein Miteinander lanfristig funktionieren kann. “Der Abschuss eines Wolfes im Schweizer Kanton Wallis am 11. August zeigt, was passiert, wenn die Anliegen der betroffenen Landwirtschaft nicht ausreichend berücksichtigt werden”, so Walder. “Man hat dort nun zwar kurzfristig ein Problem “mit der Flinte” gelöst – aber wenn der nächste Wolf kommt, steht man wieder am Anfang.”
Der WWF begrüßt demnach den Vorstoß des Tiroler Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner als sinnvolle und längst überfällige Maßnahme, um sich auf die Einwanderung der Wölfe vorzubereiten.
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Rückfragehinweis:
Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01-488 17 231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
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