September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF an Jagd Österreich: Wolfsgipfel jetzt !
Gemeinsam rechtlich haltbare Lösungen erarbeiten statt Herdenschutz von vornherein schlechtreden – Umweltministerin Köstinger muss Wolfsgipfel auf Bundesebene einberufen
Wien, 7. Februar 2018- Anlässlich des heute präsentierten Positionspapiers des Dachverbands Jagd fordert der WWF Österreich einmal mehr die Politik auf, für ein besseres Wolfs-Management mit Herdenschutzmaßnahmen und Entschädigungszahlungen zu sorgen. „Wir setzen uns seit langem für eine zentrale und vor allem entscheidungsstarke Koordinationsstelle ein, damit mögliche Interessenskonflikte zwischen Natur- und Artenschutz und anderen Stakeholdern vernünftig geklärt werden können“, sagt WWF-Wolfsexperte Christian Pichler. „Noch wichtiger ist, dass Umweltministerin Elisabeth Köstinger zeitnah einen Wolfsgipfel auf Bundesebene einberuft, damit alle Interessen an einen Tisch gebracht werden. Wir brauchen endlich einen konstruktiven und vor allem länderübergreifenden Dialog“, fordert Pichler.
Die heute auch vom Dachverband geforderte Aufwertung der bestehenden Koordinierungsstelle für Braunbär, Luchs und Wolf (KOST) darf nicht nur kosmetischer Natur sein, weil es sich derzeit nur um eine reine Informationsplattform ohne Ressourcen und Entscheidungsgewalt handelt. „Daher muss die neue Koordinationsstelle vom Umweltministerium strukturell gestärkt sowie personell und finanziell ausreichend ausgestattet werden. Es braucht höhere Förderungen für Präventionsmaßnahmen und Entschädigungen sowie deutlich mehr Information, Forschung und Beratung. Auch die Bundesländer sind hier gefordert“, bekräftigt Pichler die WWF-Position.
Kritisch sieht der WWF die Forderung von Landesjägermeister Ferdinand Gorton nach einer überregionalen wildökologischen Raumplanung, wenn damit versucht werden soll, den Schutzstatus des Wolfes herabzusenken, und Abschüsse zu erleichtern. „Wolffreihaltezonen“ ignorieren geltendes EU-Recht und sind naturschutzfachlich absurd, weil sich ein freilebendes Wildtier nicht an künstlich vom Menschen festgelegten Grenzen orientieren kann.
Darüber hinaus wendet sich der WWF gegen das „vorauseilende Schlechtreden“ von Herdenschutzmaßnahmen, bevor sie in Österreich – abseits eines einzigen Pilotprojekts – überhaupt vernünftig erprobt worden sind. „Wird Herdenschutz richtig und konsequent angewendet, dann funktioniert er auch. Das zeigt zum Beispiel der Blick nach Deutschland oder in das mit Österreich vergleichbare Alpenland Schweiz“, bekräftigt Pichler.
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Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250 E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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