Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
WWF: Artenschutzkonferenz erzielt Etappensieg für Meerestiere und Großkatzen
Wien/Samarkand, am 4. Dezember 2025 – Zum Abschluss der internationalen Artenschutzkonferenz (CITES COP) in Usbekistan zieht die Umweltschutzorganisation WWF Österreich eine überwiegend positive Bilanz: „Die Konferenz hat einen historischen Etappensieg für zahlreiche Meerestiere erzielt, darunter 70 Hai- und Rochenarten. Angesichts der weltweiten Überfischung vieler gefährdeter Tiere ist das ein Riesenerfolg. Doch der Schutz am Papier ist nur der Anfang. Jetzt müssen die einzelnen Staaten eine lückenlose Umsetzung und strenge Kontrollen für Handel und Fischerei sicherstellen”, sagt Simone Niedermüller, die für den WWF Österreich in Samarkand vor Ort ist. Ein besonderer Durchbruch ist das internationale Handelsverbot für Manta- und Teufelsrochen, Walhaie, Weißspitzen-Hochseehaie und 18 Arten von Geigenrochen. Strengere Maßnahmen wurden auch für den Handel mit Tiefsee-, Hunds- und Glatthaien beschlossen. Außerdem wurde der Handel mit Galapagos-Leguanen und goldenen Seegurken verboten, letztere gelten in Asien als Delikatesse.
Neben dem Erfolg für Meerestiere, wurden bei der Konferenz auch die vom WWF im Vorfeld geforderten Maßnahmen zum besseren Schutz von asiatischen Großkatzen beschlossen. Dazu zählen insbesondere ein Verbot der Tigerzucht für den Handel mit Körperteilen, strengere Auflagen für alle Tigerhaltungen und eine weiterhin strenge Überwachung von Leoparden. Auch auf eine stärkere Bekämpfung des illegalen Handels mit Jaguaren und Geparden hat sich die Konferenz geeinigt. „Trotz des Handelsverbots werden vor allem junge Geparde häufig illegal als exotische Haustiere gehandelt. Das macht deutlich, dass die Beschlüsse nur so gut sind wie ihre Kontrollen – da braucht es dringend eine Nachschärfung”, sagt Niedermüller.
Erfolge bei Dickhäutern, Enttäuschung bei Aalen
Die Umweltschutzorganisation WWF zeigt sich außerdem erfreut über die Aufrechterhaltung der Handelsverbote von Elfenbein und Nashorn-Hörnern sowie den verbesserten Schutz weiterer Säugetierarten, darunter Faultiere, Goldbauch-Mangaben, Okapis und Dorkas-Gazellen. Zusätzlich wurde der Handel mit einigen Vogelarten verboten, wie dem Weißrücken- und dem Rüppellgeier sowie dem Großschnabel-Samenfink, der durch den Singvogelhandel unter Druck gerät. Handelsbeschränkungen wurden auch für zwei endemische Geckoarten, vier Froscharten und afrikanische Hornvögel erzielt, deren horniger „Helm” begehrte Handelsware ist.
Der WWF zeigt sich hingegen enttäuscht über die Ablehnung des dringend notwendigen Handelsverbots mit Aalen. Denn derzeit ist nur der Handel des vom Aussterben bedrohten Europäischen Aals geregelt. „Da sie kaum von anderen Aal-Arten zu unterscheiden sind, werden Europäische Aale im Handel oft verwechselt – ein Schlupfloch für kriminelle Handelsnetzwerke. Eine Listung der ganzen Gattung wäre daher ein wichtiger Schritt gewesen, der bei der Konferenz leider abgelehnt wurde”, sagt Simone Niedermüller vom WWF Österreich. Darüber hinaus sieht der WWF dringenden Nachholbedarf beim Schutz von Singvögeln – ihr Handel sollte bei der nächsten Artenschutzkonferenz besonderes Augenmerk erhalten.
News
Aktuelle Beiträge
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen
Ein Drittel des Tiroler Wolfsbestandes abgeschossen: WWF kritisiert Management des Landes scharf
2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“
Fischkonsum im Urlaub: WWF warnt vor Importware und verstecktem Haifisch-Fleisch
Fischgerichte auf Touristenmenüs und Märkten häufig aus Asien und Lateinamerika importiert oder unter irreführenden Namen angeboten – WWF fordert mehr Transparenz und ruft zur Vorsicht beim Fischkonsum auf










