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WWF: Bärenstarke Mülltonne übersteht Härtetest
Innsbruck, am 1. August 2012 – Braunbären sind Allesfresser, lernfähig, und sie lieben es bequem – vor allem bei der Futtersuche. Nahrung in der Nähe von Siedlungen muss deshalb unzugänglich für neugierige Bärenschnauzen sein. Eine Lösung bieten vom WWF entwickelte bärensichere Abfallcontainer. Solch eine spezielle Mülltonne wurde heute von den Braunbären „Martina“ und „Ander“ im Alpenzoo Innsbruck einem Eignungstest unterzogen und hat diesen mit Auszeichnung bestanden. „Auffällige Bären werden nicht geboren, sondern meist vom Menschen gemacht – wenn sie zum Beispiel aus falsch verstandener Tierliebe angefüttert oder von liegen gelassenen Abfällen angelockt werden“, erklärt Christina Reisenbichler, Bärenexpertin des WWF Österreich. Der richtige Umgang mit Essensabfällen in Gebieten, die Bären durchwandern, hilft bei der Vermeidung von Konflikten zwischen Mensch und Bär.
Die bärensicheren Abfallcontainer entwickelte der WWF in der Schweiz gemeinsam mit der Firma Brüco Swiss AG nach kanadischem Vorbild. In Österreich werden nun erstmals vier Container in Tirol vom WWF aufgestellt – einer im Alpenzoo Innsbruck und drei weitere in der Region rund den Naturpark Kaunergrat im Tiroler Oberland. „Die Erfahrungen unserer Nachbarn aus dem schweizerischen Val Müstair zeigen eindrücklich, wie wichtig es ist auf dem Gebiet des Abfallmanagements aktiv zu werden. Bärensichere Müllcontainer sind natürlich keine Universallösung, aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg eine Region „bärenfit“ zu machen“, so Ernst Partl, Geschäftsführer des Naturparks Kaunergrat.
Der Eignungstest an den bärensicheren Müllcontainern im Alpenzoo Innsbruck wurde von Direktor Michael Martys begleitet, der streng darauf achtete, dass der Versuch artgerecht ablief. „Unsere Bären im Alpenzoo sind, wie alle Zootiere, Botschafter ihrer Artgenossen in freier Wildbahn. Sie ermöglichen unseren Besuchern ein fast hautnahes Kennenlernen der Tiere, die ein wichtiger Teil unserer heimischen Artenvielfalt sind.“ Im heurigen Jahr zogen bereits mehrmals Bären durch Tirol, die Steiermark und Kärnten.
Mit den speziellen Müllcontainern können Bären davon abgehalten werden, Nahrungsquellen zu nutzen, die ihnen der Mensch ungewollt zur Verfügung stellt. „Haben Bären einmal gelernt, dass es in der Nähe von Menschen Futter gibt, verlieren manche ihre natürliche Scheu und suchen immer wieder diese Futterquellen auf“, erklärt Bärenanwalt Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Der WWF sieht im österreichischen Bärenmanagement eine Reihe guter Ansätze, wünscht sich aber mehr Tempo bei der Erprobung und Finanzierung von Maßnahmen, die Bärenschäden schon im Vorhinein verhindern können. Dazu gehören neben der Ausbringung von bärensicheren Abfallcontainern auch Elektrozäune rund um freistehende Bienenstöcke oder der Einsatz von Herdenschutzhunden in Schafherden. „Mit den drei österreichischen Bärenanwälten haben wir bereits kompetente Ansprechpersonen vor Ort. Dennoch braucht es mehr Weitsicht im Bärenschutz. Es reicht nicht, die aus den Nachbarländern einwandernden Bären zu beobachten und notfalls zu vergrämen“, betont Reisenbichler.
Das so genannte Abfallmanagement ist ein wichtiger Pfeiler im österreichischen Bärenmanagement, das die Behörden der zuständigen Bundesländer gemeinsam verantworten. Durch fachlich fundierte Maßnahmen in der Schadensvorbeugung, kann die Akzeptanz für den Braunbären erhöht und somit sein langfristiges Überleben im Alpenraum gesichert werden.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. 01/ 488 17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Dr. Michael Martys, Direktor Alpenzoo Innsbruck, Tel. 0512-29 23 23 , E-Mail: office@alpenzoo.at
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