Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf
WWF: Brasilien soll auf illegales Tropenholz verzichten
Wien/Brasilia, 23. 11. 2007 – Der WWF und sechs weitere Umweltorganisationen fordern eine Gesetzesänderung in Brasilien, um den Kauf von illegalem Holz durch die öffentliche Hand in Brasilien abzuschaffen. Die Gesetzesnovelle sieht vor, dass bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand nur noch Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Aufforstungen zum Zug kommen darf. Der WWF schätzt, dass derzeit ein Drittel des in Brasilien aus illlegalen Schlägerungen stammenden Holzes von Gemeinden, den Bundesstaaten und der Bundesrepublik Brasilien erworben wird. Zudem hat das brasilianische Umweltministerium 2006 zugegeben, dass fast zwei Drittel des Holzes aus Amazonien illegalen Ursprungs sind. WWF-Schätzungen gehen aber von über 80 Prozent Holz aus illegalen Quellen aus.
Der WWF und weitere Umweltorganisationen haben nun allen Abgeordneten des brasilianischen Parlaments einen Brief übermittelt. Darin wird um die Zustimmung zur Gesetzesnovelle ersucht, die den Kauf von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft seitens der öffentlichen Hand im Rahmen von Ausschreibungen erforderlich macht. „Es muss endlich aufhören, dass die öffentliche Hand die Entwaldung des Regenwaldes mitfinanziert“, fordert der WWF-Experte Emil Benesch. Die Gesetzesnovelle sieht vor, dass bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand nur noch Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus Aufforstungen zum Zug kommen darf. So kann die Verwendung von Holz aus illegaler Abholzung direkt verhindert werden.
In Brasilien ist die Frage des Amazonasschutzes besonders vorrangig, da 75 Prozent der Treibhausgasemissionen aus der Abholzung und dem Abbrennen der Wälder in Amazonien stammen. Brasilien ist das Land mit den weltweit vierthöchsten Treibhausgasemissionen. Der Bundesstaat São Paulo sowie 37 brasilianische Städte, darunter Großstädte wie Fortaleza, Manaus, Porto Alegre, Recife, Salvador und São Paulo haben bereits politische Schritte gesetzt, um in ihren Bereichen die Verwendung von illegalem Holz bei Käufen durch die öffentlich Hand zu unterbinden. Die Gesetzesänderung wird nicht nur vom WWF sondern auch von der Weltnaturschutzunion IUCN und von Greenpeace unterstützt.
17 Prozent des Amazonas-Regenwaldes sind bereits zerstört, 17 weitere Prozent sind schwer beeinträchtigt. Im Amazonas-Regenwald ist so viel Kohlendioxid gespeichert, wie die gesamte Welt durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in 15 Jahren ausstößt. Die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes hätte katastrophale Auswirkungen auf das Weltklima zur Folge.
Weitere Informationen:
DI Emil Benesch, Amazonas-Experte WWF, Tel. 01-48817-267 oder 0676-83 488 288.
Weitere Informationen zum Amazonas: www.wwf.at/amazonas.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF warnt: Drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich mit Niedrigwasser
Extreme Trockenheit setzt Gewässer und Arten stark unter Druck – Besondere Betroffenheit in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten – WWF fordert Schutzpaket für Flüsse
WWF fordert Sieben-Punkte-Plan gegen zunehmende Dürre
„Österreichs Wasserpolitik nicht klimatauglich“ – WWF fordert mehr Wasserrückhalt, weniger Versiegelung und konsequente Renaturierung – Biber als natürlichen Helfer fördern
Studie der Uni Graz: Fehlende Klimapolitik gefährdet Budgetsanierung
Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen













