Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
WWF: Chinas ökologischer Fußabdruck hat sich verdoppelt
Peking/Wien, 10. Juni 2008 – Seit den 1960er Jahren hat sich Chinas durchschnittlicher ökologischer Fußabdruck verdoppelt und beansprucht nun zwei Mal so viel wie das Ökosystem des Landes nachhaltig gewährleisten kann. Das zeigt eine heute erschienene Studie im Auftrag des WWF.
Diesen ersten umfassenden Bericht über den ökologischen Fußabdruck in China gaben das China Council for International Cooperation on Environment and Development (CCICED) und der WWF gemeinsam in Auftrag. Er gibt einen Überblick über die Faktoren die für das wachsende ökologische Defizit des Landes seit Mitte der 1970er Jahre verantwortlich sind. Der Bericht zeigt aber auch innovative Wege für China um die Entwicklungsziele nachhaltig zu erreichen und natürliche Ressourcen für die nachfolgenden Generationen zu sichern. Die nächsten 20 Jahre werden für China entscheidend sein, ob das Land seine ökologischen Probleme in den Griff bekommt.
Laut dem aktuellen Bericht verbraucht China derzeit 15 Prozent der globalen biologischen Kapazität. Die Auswertungen zeigen, dass die Chinesen 2003 (dem jüngsten Jahr, in dem Zahlen verfügbar waren) einen ökologischen Fußabdruck von 1,6 Hektar pro Person hatten. Das bedeutet, dass jeder Chinese 1.6 Hektar an biologisch produktivem Land braucht, um seinen Lebensstil zu sichern. Diese Zahl liegt noch unter dem globalen Durchschnitt von 2.2 Hektar pro Person und bringt China den 69. Rang der 147 Länder, die in diesem Jahr gemessen wurden, ein. Dennoch ist dies eine große Herausforderung in Anbetracht der hohen Einwohnerzahl und der rasanten volkswirtschaftlichen Entwicklung Chinas. Im Vergleich dazu: Österreich hat einen Verbrauch von 4,9 Hektar pro Person und liegt im internationalen Vergleich an 19. Stelle mit seinem Fußabdruck. Indien hat im Vergleich dazu derzeit nur etwa 0,7 Hektar Verbrauch pro Person.
Der Report weist China zwei Wege wie die Nachhaltigkeitsziele des Landes erreicht werden können. Dazu werden ein einfacher und ein langsamer Weg vorgeschlagen. Je nachdem zeigen sie einerseits einfache, billige und populäre Schritte wie das Investieren in saubere Technologien und der Umstieg auf Energiesparlampen. Andererseits mahnt der Report langfristige Entscheidungen ein, die schon heute getroffen werden müssen, um einen positiven Einfluss auf die Zukunft Chinas zu haben. Dabei wird ein Circle-Ansatz vorgeschlagen, der sich auf kompakte städtische Entwicklung, individuelle Maßnahmen, die Reduzierung von versteckten Abfallflüssen, Klimaschutzmaßnahmen, Landschaftsplanung und Energieeffizienz konzentriert.
Der Bericht zeigt weiters, dass die hohe Bevölkerungsdichte im Asien-Pazifik-Raum zum höchsten ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu anderen Regionen führt. Und das trotz des relativ kleinen Fußabdrucks pro Person. „Der Bericht ist ein wichtiger erster Schritt für uns alle“, sagt Dermot O’Gorman vom WWF China. „Mit diesem Bericht und der Partnerschaft mit CCICED und dem Global Footprint Network wird der WWF seine Arbeit mit den wichtigen Stakeholdern fortsetzten um einen innovativen und nachhaltigen Entwicklungsweg für China zu entwickeln.“
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01-48817-231.
Download des Berichts: www.wwf.at/presse.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend












