Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
WWF: Den Amphibien der Marchauen auf die Sprünge helfen
Wien, Engelhartstetten, am 12. November 2010 – Die Kleinstgewässer an der „Langen Luss“, einer Acker- und Wiesenlandschaft bei Marchegg, sind ein bedeutender Lebensraum für bedrohte Amphibienarten. „Aber nur, wenn diese Sutten tief genug sind, um das Wasser bis in den August hinein zu halten“, erklärt Bernadette Strohmaier vom WWF. „So lange braucht der Amphibien-Nachwuchs für seine Entwicklung.“ Seit heute sind deshalb auf Initiative des WWF und der Gemeinde Engelhartstetten die Bagger am Werk, um einen verlandeten Altarm wieder zu vertiefen. Nur so können diese ehemaligen Flussarme der March wieder als Amphibien-Kinderstube dienen.
Bis vor wenigen Jahrzehnten waren an den Gewässern der Luss noch elf verschiedene Amphibienarten zu finden. Im Zuge der fortschreitenden Verlandung der ehemaligen Altarme trockneten auch die Amphibiengewässer mehr und mehr aus. 2009 konnten keine geeigneten Laichgewässer mehr festgestellt werden. Seltene Arten wie Donau-Kammmolch, Rotbauchunke und Moorfrosch drohten im Gebiet auszusterben, so die Ergebnisse einer Studie der Universität Wien.
„Damals haben wir ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, um zu retten, was noch zu retten war“, erklärt die WWF-Projektkoordinatorin Strohmaier. Gemeinsam mit der Gemeinde Marchegg wurden im Herbst 2009 zum ersten Mal drei Sutten ausgebaggert.

„Acht verschiedene Amphibienarten sind seither zurück gekehrt“, freut sich Strohmaier. Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tierarten Österreichs. Verantwortlich dafür ist die Zerstörung ihrer Laichgewässer. Alle 20 heimischen Amphibienarten sind gefährdet.
Auch eine Vielzahl weiterer Arten der Au wie Watvögel und Urzeitkrebse, profitieren von den Maßnahmen an der Langen Luss. Dennoch kann langfristig nur die Wiederherstellung der natürlichen Dynamik der March durch Renaturierungen am Fluss selbst für intakte Auen-Lebensräume sorgen.
Die Gemeinde Engelhartstetten stellt ihre Grundstücke für die heute begonnenen Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung. Bürgermeister Andreas Zabadal unterstreicht: „Unsere Region ist gerade wegen ihrer intakten Natur besonders lebenswert. Damit das auch so bleibt, engagieren wir uns für mehr Artenvielfalt.“ Die Gemeinde Engelhartstetten ist dem vielfaltleben-Gemeindenetzwerk beigetreten, um zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt beizutragen.

Der WWF führt sein Amphibien-Schutzprogramm in den March-Thaya-Auen, der artenreichsten Flusslandschaft Österreichs, mit fachlicher Beratung der Universität Wien und im Rahmen der vielfaltleben -Kampagne durch. Er dankt der Oesterreichischen Nationalbank sehr herzlich für die wertvolle Unterstützung des Projekts.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin,
Tel. 01/48817–250, Email: claudia.mohl@wwf.at
MMag. Bernadette Strohmaier, WWF Koordinatorin
Amphibienschutzprogramm,
Tel. 01/488 17–214, Email: bernadette.strohmaier@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava
Tiroler Lech ist Fluss des Jahres!
Sie haben mit Ihrer Stimme entschieden: Der Lech wurde zu Österreichs Fluss des Jahres 2026 gewählt. Auf Platz zwei folgt die Schwarze Sulm, auf Platz drei der Kamp.
WWF-Flusswahl: Lech ist Österreichs „Fluss des Jahres“ 2026
Tiroler Wildfluss gewinnt Online-Voting über neun Flüsse – Schwarze Sulm in der Steiermark auf Platz zwei, Kamp in Niederösterreich auf Platz drei – Naturschutzorganisation fordert dauerhaften Schutz und mehr Renaturierung
WWF: Bund-Länder-Konflikt hinter Leerstellen im Renaturierungsplan
Schlüsselkapitel zu EU-geschützter Natur und Städten ohne Flächenangaben und Maßnahmen – Gesamtausmaß der zu renaturierenden Flächen bis 2030 fehlt – WWF fordert rasche Nachschärfungen
Erstmals Wolfsrudel in Nordtirol nachgewiesen: WWF fordert Abschuss-Stopp
Neue Verbreitungskarte des Österreichzentrums dokumentiert Rudel im Bezirk Landeck – Vier Jungwölfe bei Fiss gesichtet – WWF: Drei Abschussverordnungen sofort aussetzen
WWF: Österreich legt lückenhaften Renaturierungsplan vor
Naturschutzorganisation fordert Nachschärfungen mit verbindlichen Maßnahmen, Fristen und Budgets – Bestehende Programme reichen nicht für Schutz vor Hitze und Dürre
646 Hitzetote: WWF fordert Klima- und Naturschutzpaket
Umweltschutzorganisation für „Hitze-Milliarde“, mehr Renaturierung und wirksamen Klimaschutz – Natürliche Schutzmaßnahmen verstärken












