95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
WWF: Erfolg für Schutz von Haien und Rochen
Wien/ Johannesburg, 04.10.2016 – Gute Nachrichten für marine Arten: Die Internationale Artenschutzkonferenz CITES hat sich gestern Abend für einen besseren Schutz von Haien und Rochen ausgesprochen. Seidenhaie, Fuchshaie und Teufelsrochen werden in Anhang II des Artenschutzabkommens aufgenommen, so dass der internationale Handel mit ihnen auf ein nachhaltiges Niveau beschränkt werden muss.
„Haie sind die einzigen großen Raubtiere, die noch kommerziell gejagt, bewirtschaftet und gegessen werden, das darf nicht zum Verhängnis für ganze Arten werden. Haie sind anfällig für Überfischung und die Bestände vieler Arten sind eingebrochen. Die Handelsbeschränkungen werden helfen, die Fischerei zu regulieren und den Druck auf die dezimierten Bestände zu mildern“, kommentiert Simone Niedermüller, Fischereiexpertin des WWF Österreich. Sowohl Seidenhaie als auch Fuchshaie werden intensiv befischt, zusätzlich landen beide Arten oft als lukrativer Beifang in der Fischerei auf Thunfisch oder Schwertfisch.
Der Seidenhai ist eine der drei wichtigsten Haiarten, die für den Handel mit Haifischflossen gefangen werden. Schätzungen zufolge gelangen jährlich bis zu 1,5 Millionen Seidenhaie an die internationalen Märkte. Fuchshaie werden vor allem aufgrund ihres Fleisches gefangen, das rund um die Welt vermarktet wird. Die Bestände sind weltweit zurückgegangen, im Mittelmeer sogar um geschätzte 99 Prozent eingebrochen. Teufelsrochen werden wegen ihres Fleisches, vor allem aber wegen ihrer Kiemenreusen, die in der chinesischen Medizin begehrt sind, gezielt befischt. Hier mangelt es laut WWF jedoch an der notwendigen Regulierung. Die größten bekannten Fang- und Exportnationen (Sri Lanka, Indien, Peru, Indonesien und China), die für bis zu 95 Prozent der Teufelsrochen-Fänge verantwortlich sind, verwalten und überwachen den Fang dieser Arten nicht.
Auch die kleinste Walart der Welt, der Vaquita-Schweinswal, soll zukünftig besser geschützt werden. Die einzige Population ist auf 60 Tiere zusammengeschrumpft, weil die Kleinwale als Beifang in der verbotenen Fischerei auf die ebenfalls vom Aussterben bedrohte Fischart Totoaba verenden. Angetrieben wird die verhängnisvolle Fisch-Wilderei, weil die Schwimmblase des Totoaba in China als Delikatesse Rekordpreise erzielt. „Im Golf von Kalifornien hat illegale Fischerei gleich zwei geschützte Arten an den Rand der Ausrottung gebracht. Um sie zu retten, braucht es bessere Kontrollen der Fischerei und des illegalen Handels von Mexiko über die USA auf den chinesischen Markt“, sagt Niedermüller. Diese drei Staaten haben sich nun auch im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens zu einer besseren Umsetzung und Kontrolle des bestehenden Handelsverbots für Totoaba verpflichtet.
Rückfragen & Kontakt:
Mag. Florian Kozák
WWF Pressesprecher
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele













