22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
WWF-Erfolg: Junger Seeadler mit Sender ausgestattet
An einem Seil zieht sich der Baumkletterer hinauf, nur wenige Sekunden später ist er oben beim Seeadler-Horst. Behutsam legt er den jungen Adler im Nest in eine Tasche und seilt ihn darin auf den Waldboden ab. Der Seeadler, der Sorbus benannt wurde, ist knapp 8 Wochen alt. Im besten Fall wird der WWF die nächsten Jahre seines Lebens genau beobachten können: Denn Sorbus wurde in Kooperation mit PANNATURA besendert und beringt. Seit mehr als 10 Jahren engagieren sich WWF und Esterhazy gemeinsam für die biologische Vielfalt auf PANNATURA-Flächen.
Der Ring an seinem Fuß sorgt dafür, dass Sorbus sofort zugeordnet werden kann. Der solarbetriebene GPS-Sender am Rücken, den der Adler kaum bemerkt, wird spannende Einblicke in sein Leben geben. Nach der Besenderungs-Aktion im Leithagebirge bringt der Baumkletterer ihn zurück in den Horst. Wenn der Seeadler alt genug ist, um das Nest zu verlassen, kann der WWF seine Flugroute genau nachvollziehen und so mehr darüber lernen, wie man die ehemals ausgerottete Art bestenfalls schützen kann.
Insgesamt dürfte es in Österreich um die 50 Brutpaare geben. 20 Seeadler beobachtet der WWF derzeit mit Hilfe solcher GPS-Sender. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Art an den Rand der Ausrottung gebracht. In Österreich galten Seeadler ab den 1950er Jahren sogar als ausgestorben. Dank intensiver Schutzmaßnahmen ist es gelungen, dass der Seeadler wieder nach Österreich zurückgekehrt ist.
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