Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
WWF-Faktencheck zum Bodenverbrauch in Oberösterreich
Angesichts einer Vielzahl an falschen oder irreführenden Behauptungen des für Raumordnung zuständigen Landesrats Markus Achleitner in Bezug auf den Bodenverbrauch in Oberösterreich, sieht sich die Naturschutzorganisation WWF Österreich gezwungen, einige dieser Aussagen richtig zu stellen. Zuletzt hatte der Landesrat in einer Pressekonferenz die vom WWF veröffentlichten Zahlen in Zweifel gezogen und demgegenüber eine Statistik präsentiert, die mit dem tatsächlichen Bodenverbrauch allerdings wenig zu tun hat. “Landesrat Achleitner sollte dringend nötige Bodenschutz-Maßnahmen setzen und seine Blockade gegen eine verbindliche Bodenstrategie beenden, anstatt mit irreführenden Statistiken und Zahlenspielereien die Verantwortung von sich zu schieben”, fordert WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.
Die zentrale falsche Behauptung des Landesrats anlässlich einer Pressekonferenz am 14. November 2023 lautete: „Das ‚Raumbild OÖ‘ zeigt damit ganz klar auf, dass die Zahlen aus dem WWF-Bodenreport hinsichtlich Bodenverbrauch völlig aus der Luft gegriffen sind: Statt 4,25 ha Bodenverbrauch pro Tag in Oberösterreich, wie es vom WWF behauptet worden ist, beträgt der Baulandzuwachs in unserem Bundesland nur 0,8 ha pro Tag.“
Fakt ist: Die umgewidmete Fläche von 0,8 Hektar pro Tag hat mit dem Bodenverbrauch wenig zu tun. Auch aktuell werden Flächen verbraucht beziehungsweise versiegelt, die bereits vor Jahren oder Jahrzehnten als Bauland gewidmet wurden. Zudem enthalten die 0,8 Hektar weder Verkehrsflächen noch landwirtschaftliche Gebäude oder andere Gebäude im “Grünland”, wie zum Beispiel Kläranlagen. Dementsprechend hat diese Zahl in Bezug auf den tatsächlichen Bodenverbrauch keinerlei Aussagekraft. Der tägliche Verbrauch von 4,25 Hektar ergibt sich aus den offiziellen Daten des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen. Die Berechnung erfolgte nach der offiziellen Methode des Umweltbundesamtes.
Auch im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre ist Oberösterreich für 3,16 Hektar Bodenverbrauch pro Tag verantwortlich – mehr, als das offizielle Nachhaltigkeitsziel für ganz Österreich vorsieht. “Neue Chaletdörfer, großdimensionierte Straßen-Ausbauten und nicht zuletzt das Betriebsgebiet in Ohlsdorf zeigen das Versagen der oberösterreichischen Politik beim Bodenschutz”, kritisiert Simon Pories. “Der zuständige Landesrat für Raumordnung muss hier massiv nachbessern. Die bisher gesetzten Maßnahmen kratzen maximal an der Oberfläche des Betons, während Gemeinden weiterhin Anreize haben, immer mehr zu verbauen.”
Durch den Bodenverbrauch gehen wichtige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten für immer verloren. Außerdem gefährdet der Flächenfraß langfristig die Ernährungssicherheit und befeuert die Klimakrise, da versiegelter Boden kein CO2 mehr speichern kann. “Mit jedem Tag, den Bund, Länder und Gemeinden vertrödeln, wird das Problem dringlicher”, warnt Simon Pories.
Den gesamten Faktencheck finden Sie hier zum Download
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