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WWF feiert ersten “Amazon of Europe” Tag
Bad Radkersburg/Hrastje Mota/Legrad/Örtilos/ Sombor, 15. Juli 2013 – WWF, EuroNatur und viele Partnerorganisationen feierten am 14. Juli den ersten internationalen „Tag des Amazonas Europas“ mit verschiedenen Aktivitäten an den Flussufern von Mur, Drau und Donau. Diese Flüsse und ihre Auen verbinden auf 700 Kilometern Länge Österreich, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Serbien und werden bald als größtes Flussschutzgebiet Europas unter UNESCO-Schutz stehen.
Arno Mohl, internationaler Flussexperte des WWF Österreich, sagt: „Das Flusssystem der Mur, Drau und Donau im künftigen Biosphärenpark trägt die Auszeichnung ‚Amazonas Europas‘ weil seine einzigartige Vielfalt an wertvollen Arten und Lebensräumen auf unserem Kontinent unvergleichlich ist.“ Das Labyrinth aus Altarmen, Flussinseln, versteckten Sandbänken und überfluteten Auwäldern erinnert in der Tat mehr an den Amazonas als an europäische Flüsse. „Die Feierlichkeiten des 14. Juli widmen wir dem Pionier des UNESCO-Biosphärenreservates Martin Schneider-Jacoby, der sich als Projektleiter der Naturschutzstiftung EuroNatur bis zu seinem viel zu frühen Tod äußerst engagiert für den internationalen Schutz dieser Flusslandschaft eingesetzt hat.“
Das österreichische Tor zum Amazonas Europas bildet die als Natura-2000-Gebiet geschützte Mur, die in diesem Abschnitt zugleich die natürliche Grenze zwischen Österreich und Slowenien bildet. Dort fand im Rahmen des „Amazon of Europe“ – Tages eine Bootstour von Bad Radkersburg nach Hrastje Mota statt. Auch eine Bilderausstellung zeigt die bedrohte Schönheit des Flusses auf: Das erste einer Kette von acht geplanten Mur Kraftwerken befindet sich bereits im Genehmigungsverfahren. Es liegt direkt im Natura-2000-Gebiet und künftigen Biosphärenparkgebiet in Slowenien an der Grenze zu Österreich. Umweltverbände beider Länder wenden sich entschieden gegen die Kraftwerkspläne an der freifließenden Mur. Kürzlich hat sich auch der steirische Landtag gegen die Kraftwerkspläne im Nachbarland ausgesprochen. „Die steirisch-slowenische Grenz-Mur ist beiderseits Europaschutzgebiet und eine besondere Gewässerstrecke mit hoher ökologischer Bedeutung. Hier leben 54 Fischarten!“ betont Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbunds Steiermark und einer der Sprecher des Murschutz-Komitees. Seit 2001 steht das internationale Murschutz-Komitee im Kontakt zu slowenischen Flussschützern aus Lendava und der Region Pomurje. In den letzten Jahren wurde auch der Austausch mit kroatischen Naturschützern gepflegt. Mit zahlreichen Aktionen wurde immer wieder auf den Wert dieses Gebietes hingewiesen. Der gegenseitige Austausch und die Unterstützung ebneten den Weg zu einem grenzüberschreitenden Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“.
Weiter flussabwärts im kroatischen Legrad, fließen Mur und Drau ineinander. Dort feierten die Festgäste aus Kroatien und Ungarn gemeinsam mit Politikern beider Länder den Tag des „Amazonas Europas“ am 14. Juli und zugleich das einjährige Bestehen des Biosphärenparks in Kroatien und Ungarn. Der kroatische stellvertretende Umweltminister, Hrvoje Dokoza, nahm ein Manifest mit zahlreichen Unterschriften für den verstärkten Schutz der kroatischen Flüsse entgegen und sagte: „Neben zahlreichen Aktivitäten, die wir für den Schutz der ökologisch extrem bedeutsamen Flüsse Mur, Drau und Donau setzen, möchten wir diesen Naturwert und die Vorteile eines Biosphärenparks auch der lokalen Bevölkerung näher bringen. Ökotourismus stellt ein großes Potential im internationalen Biosphärenpark dar und wird auch zur positiven und nachhaltigen Entwicklung der Region beitragen.“ Zoltán Illés, der ungarische Staatssekretär für Umwelt, feierte ebenso mit und betonte: „Es ist sehr wichtig, dass die früheren Pläne für neue Wasserkraftwerke abgelehnt wurden und, dass beide Länder sich nun auf den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts und die Verbesserung des wertvollen Lebensraumes im und am Fluss konzentrieren.“
Mit dem EU-Beitritt am 1. Juli 2013, brachte der Adriastaat seine wertvollen Flüsse wie die Donau, Drau, Mur, Save, Zrmanja, Neretva und Ombla in das gesamteuropäische Naturerbe ein. Obwohl seit dem EU-Beitritt unter Natura-2000-Schutz, leiden auch diese Flüsse immer wieder unter massiven Eingriffen wie Kiesbaggerungen und Regulierungen oder sind von Kraftwerksplänen bedroht. Als EU-Mitglied muss Kroatien sein Flussadernetz gemäß den europäischen Naturschutz-und Wasserschutzrichtlinien effizienter schützen.
In der serbischen Vojvodina, fand in der Nähe des Städtchens Sombor ein Flussbadetag mit „river jumps“ in den Veliki Bački Kanal bei der Donau statt. Kinder waren eingeladen, ihre Ideen für den Schutz von Flüssen und ihren bedrohten Arten zeichnerisch zu Papier zu bringen. Die kreativen Werke der jüngsten Flussfans werden im August im Rahmen des Bodrog Festivals in Bački Monoštor beim Naturreservat Gornje Podunavlje zu sehen sein.
Dr. Martin Schneider-Jacoby verstarb viel zu früh im August 2012. Geboren am 14. Juli 1956, widmete sich der langjährige Projektleiter von EuroNatur zeitlebens dem Erhalt des europäischen Naturerbes. Besonders verdienstvoll war seine Arbeit für die Flüsse des Balkans, die Save-Auen und das Drau-Mur-Flusssystem. Er selbst erklärte, dass die Langfristigkeit vieler Projekte der Schlüssel für eine erfolgreiche Naturschutzarbeit sei.
Der „Amazonas Europas“ – Tag ist Teil der seit Anfang der 1990er Jahre laufenden Bemühungen von WWF und EuroNatur, das grenzüberschreitende Flusssystem der Donau, Drau und Mur in Österreich, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Serbien als UNESCO–Biosphärenreservat zu schützen und zu erhalten.
Seit nunmehr sechs Jahren ist die Firma Asamer Holding mit an Bord und unterstützt gemeinsam mit der MAVA Stiftung das WWF Projekt für den Mur-Drau-Donau Biosphärenpark.
Rückfragehinweis und Event-Fotos:
Tanja Nikowitz, WWF Flussexpertin , Tel. +43 676 83 488 219, E-Mail: Tanja.nikowitz@wwf.at
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