Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF fordert “Grünes Sicherheitsnetz” für Österreich
Die Naturschutzorganisation WWF Österreich fordert ein “Grünes Sicherheitsnetz” aus natürlichen Schutzmaßnahmen und legt dafür ein neues Positionspapier samt Aktionsplan für die heimische Politik vor. “Natürliche Schutzmaßnahmen denken Klimaschutz, Naturschutz und das menschliche Wohlergehen zusammen. Das können zum Beispiel Flussrenaturierungen sein, die wertvolle Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten bieten und zusätzlich Gefahren durch Hochwasser mindern”, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons. Ein Grünes Sicherheitsnetz aus vielen solchen natürlichen Schutzmaßnahmen könne entscheidend dazu beitragen, existenzbedrohende Krisen wie die Erderhitzung und das Artensterben zu bekämpfen und die Menschen vor den Folgen zu schützen. “Von den Alpen bis in die Städte braucht es umfassende Maßnahmen und die nötigen Mittel, damit wir ein Grünes Sicherheitsnetz über Österreich aufspannen können”, sagt Hanna Simons.
In Form eines zehn Punkte starken Aktionsplans legt der WWF nun vor, wie natürliche Schutzmaßnahmen für Mensch, Klima und Natur systematisch in Österreich ausgebaut werden sollen. Dazu gehört etwa ein Wasserschutz-Programm, denn 60 Prozent der heimischen Flüsse sind sanierungsbedürftig. “Besonders wichtig ist der Rückbau von unnötigen Barrieren und die Renaturierung von Flussläufen und Auen. Das erhöht auch unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen der Klimakrise”, sagt Hanna Simons. Weitere Punkte sind ein bundesweites Bodenschutz-Programm und die Ausweitung von Schutzgebieten auf 30 Prozent der Landfläche – zum Beispiel in den letzten weitgehend unerschlossenen Naturräumen, die sich vor allem in alpinen Hochlagen befinden. Doch natürliche Schutzmaßnahmen sind auch im dicht besiedelten Raum relevant: So fordert der WWF Hitzeschutz-Programme in allen Städten und Gemeinden.
Natürliche Schutzmaßnahmen haben neben einem Hauptziel – etwa Katastrophenschutz oder Klima-Anpassung – auch zusätzliche Vorteile, zum Beispiel die Schaffung von Arbeitsplätzen, den Schutz der biologischen Vielfalt oder Beiträge zur Ernährungssicherheit. So verringert die Wiederherstellung von Feuchtgebieten nicht nur die negative Wirkung von Hochwasser durch die Schaffung von Überschwemmungsgebieten, sondern reichert auch das Grundwasser an und verbessert die Wasserqualität. Eine natürliche Bewirtschaftung von Wäldern macht diese nicht nur resilienter gegen Naturkatastrophen, sondern erhöht auch die CO2-Speicherfunktion. “Wetter- und klimabedingte Ereignisse verursachen bereits jetzt Schäden in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro im Schnitt pro Jahr. Natürliche Schutzmaßnahmen können solche Schäden verringern und sind daher in jeder Hinsicht eine lohnende Investition”, sagt Hanna Simons vom WWF.
Der Handlungsbedarf ist enorm. Die Erderhitzung schreitet voran, 2023 brachte erneut Hitzerekorde und Extremwetterereignisse. Dazu kommen Naturzerstörung und Artensterben: Laut der jüngsten Aktualisierung der globalen Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten sind von den insgesamt mehr als 157.000 erfassten Arten über 44.000 in Bedrohungskategorien – mehr als je zuvor. Die Fläche an Feuchtgebieten ist seit 1900 weltweit um 70 Prozent zurückgegangen. Auch in Österreich ist der Trend extrem negativ: 90 Prozent der ursprünglichen Moorfläche sind bereits zerstört. Der Flächenfraß ist mit 12 Hektar Bodenverbrauch pro Tag weiterhin enorm hoch. “Wir brauchen eine Trendwende. Klima- und Naturschutz müssen noch viel stärker auf allen Ebenen berücksichtigt und gemeinsam gedacht werden”, fordert Hanna Simons vom WWF.
Das Positionspapier “Ein Grünes Sicherheitsnetz für Österreich” sowie Pressefotos sind hier zum Download verfügbar.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab










