Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
WWF fordert höhere Strafen auf UN-Verbrechenskonferenz in Wien
Wien, 19. April 2013 – Anlässlich der internationalen UN-Konferenz für Verbrechensverhütung und Strafrechtspflege, die vom 22. bis 26. April in Wien stattfinden wird, hofft der WWF, dass illegaler Artenhandel künftig mit mehr als vier Jahren Haft bestraft wird. Russlands Präsident Wladimir Putin will den illegalen Artenhandel als Verbrechen einstufen wobei Verurteilte statt mit Geldstrafen künftig mit Gefängnisstrafen zu rechnen haben. Schmuggler, die mit Tieren oder Pflanzen handeln, die unter internationalen Artenschutz fallen, sollen künftig in Russland sogar mit mehr als fünf Jahren Haft bestraft werden. Auch die japanische Regierung hat eine solche Erhöhung des Strafmaßes bereits angekündigt. „Länder, die die Strafen für solche Verbrechen erhöhen, zeigen der Welt, mit welchem Ernst der Artenschutz betrieben werden muss. Wir erhoffen uns, dass alle Mitgliedsstaaten die Strafen für Verbrechen an der Artenvielfalt hinaufsetzen werden“, so Georg Scattolin, Leiter des Internationalen Programms des WWF Österreich. Nach dem Drogen- und Menschenhandel steht der illegale Handel mit geschützten Arten mit knapp 15 Milliarden Euro Umsatz an vierter Stelle der illegalen Geschäfte weltweit.
Der WWF setzt sich auf der UN-Konferenz für Verbrechensverhütung und Strafrechtspflege nächste Woche in Wien dafür ein, dass die Mitgliedsstaaten die Strafen für illegalen Wildtierhandel auf mehr als vier Jahre erhöht und damit als Verbrechen eingestuft werden.
Letztes Jahr entdeckten der WWF und das Artenschutzprogramm TRAFFIC in geplanten Änderungen in der russischen Artenschutzgesetzgebung, dass ein Schlupfloch Wilderern und Schmugglern nur sehr geringe Strafen auferlegt hätte. Nun soll die Strafe auf Wunsch von Präsident Putin auf bis zu fünf Jahre Haft erhöht werden. Bereits vor zwei Wochen wurden die Strafzahlungen für das Töten von Tigern oder Leoparden auf umgerechnet knapp 27.000 Euro erhöht.
In Japan will das Umweltministerium die Haftstrafen für illegalen Artenhandel von einem auf fünf Jahre erhöhen. Die Geldstrafen sollen von umgerechnet 8.000 auf 40.000 Euro hinaufgesetzt werden. Unternehmen, die schuldig gesprochen werden, sollen künftig mit 800.000 Euro Strafe rechnen müssen.
In Südafrika wurde kürzlich ein Wilderer zu 29 Jahren Haft verurteilt. In Thailand bekam ein Einheimischer kürzlich wegen Betrugs mit dem Horn eines Nashorns 40 Jahre Haft. „Die Initiativen von Südafrika, Russland Japan und anderen Ländern werden hoffentlich auch andere Länder auf der Konferenz in Wien aufrütteln“, hofft Scattolin.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231; E-mail: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend
WWF: Interne Akten zeigen schwere Mängel beim Kraftwerksausbau Kaunertal
23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP












